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esset, und beweiſt damit, daß nur der wirklicher Rhapſode war, der aus Teilen und Stücken von Gedichten etwas Neues zu ſchaffen im ſtande war. Daher ſagt er gegen Schluß ſeiner Erörterung: Ceterum quicunque ęnt αe5ο canebant, non erant 6⁷ιe0, Sed illi soli, qui per Gaᷣο òiav alienis carminibus certabant. Ihm ſchließt ſich in der Erklärung des Wortes 69 0 an Ludolf Küſter ¹) mit den Worten: Ergo statuamus... 6.ϋ☛Gç˙ε
dictos esse αοσ τ Geπσπteor(51 quia ex sparsis Homericae
Poeseos partibus, quas apta serie connectebant, carmen cantandum quasi consuebant.
Dieſer Begriff des Wortes 6 069, der urſprünglich dasſelbe wie Dichter bedeutete, wird ſowohl durch die Nachrichten der Alten überhaupt, als auch beſonders durch die Erklärer der Grammatik des Dionyſius Thrax beſtätigt. Freilich werden nur drei Dichter ſpeziell als Rhapſoden bezeichnet, Homer, Heſiod und Cynäthus. Aber gerade in der älteſten Zeit haben die Rhapſoden dieſe ihre Kunſt ausgeübt. Der Verfaſſer der Telegonie verarbeitete die Thesprotis eines gewiſſen Muſaeus, Piſander aus Kamira die Heraklee des Lindiers Piſinos, Panyaſis das Gedicht des Kreophylus Oigaliae d⁴ιαι), und Euſebius berichtet¹³), daß Heſiod und die Cykliker Geoyoviag wad Tipaerrouagias aatl Tiravouaglag loͤlas α ονια gedichtet hätten. Hier wird das Verfahren jener Dichter, Ausſchnitte anderer Gedichte zu verwerten, direkt beſtätigt, obgleich Welcker dagegen ſich äußert*). So iſt mit dem deliſchen Hymnus auf Apollo von einem Rhapſoden der pythiſche verſchmolzen worden; der Schild des Herkules, der dem Heſiod zugeſchrieben wird, mittels einer Eöe als Grundlage durch die Eingangsverſe 1—56 und die vom Verfaſſer herrührende Beſchreibung des Schildes entſtanden, die Theogonie Heſiods ſchon gleich im Anfang durch die Anrufung der olympiſchen Muſen mit dem Gedichte, das die Verbindung zwiſchen Göttern und Menſchen ſchilderte, vereinigt worden, obgleich der Dichter entſprechend der Anrufung der helikoniſchen Muſen nur
¹) Historia critica Homeri, Francofurti ad Viadrum 1696, S. 90.
2) Clemens Alexandr. Strom. VI, cap. 2,§ 25. Klotz.
3) Praepar. evang. I, cap. 10,§ 26; vergl. IV, 16.
4) Ulrici in ſeiner Recenſion des„epiſchen Cyklus“ von Welcker. Neue Jahrbücher für wiſſenſchaftliche Kritik Nr. 117 vom Juni 1836.


