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oder sie ganz übergehen. Ich schlieſse diese Ausführungen an die Schulgrammatik von Plötz an, weil ich das Buch durch den Gebrauch kenne und weil es relativ wohl immer noch die gröſste Verbreitung hat. Zugleich wird sich die Gelegenheit bieten, auszuführen, wie ich mir die Behandlung der französischen Grammatik an Schulen denke und was an die Stelle der grammatischen Regel zu treten hat..
Die gröſste Schwierigkeit beim Elementarunterricht bietet die französische Stellung. Ich habe den Punkt oben schon berührt, will aber hier die Sache etwas eingehender erörtern, da Fehler dagegen, und zwar recht grobe, noch in Prima vorkommen. Ich schicke voraus, dals die Gewöhnung an die französische Wortstellung eine Sache der praktischen Einübung ist. Dabei können gerade die einfachen Sprechübungen, die sich an die Lesestücke anschlieſsen, eine wichtige Hilfe leisten. Die rein äufserlichen Regeln, welche Plötz an verschiedenen Stellen giebt, sind zwar leicht zu behalten, werden aber von den Schülern nicht angewandt. Durch die erwähnte praktische(besonders mündliche) Einübung muſs der Schüler dahin gebracht werden, daſs er Pai te vu und ähnliches als fehlerhaft empfindet. Dals dazu lange Zeit und viel Geduld erforderlich ist, weils ich wohl. Die Macht der Gewohnheit ist eben groſs und der Kampf gegen dieselbe, der auch bei der Stellung gekämpft werden mufs, hart. Mit der Praxis kann nun die Theorie Hand in Hand gehen. Dieselbe setzt aber bis jetzt an einem verkehrten Punkte an. Es werden nämlich blos die einzelnen Fälle der Abweichung des Französischen vom Deutschen, wie es gerade in den Zusammenhang palst, erörtert. Man mülste nach meiner Ansicht die Theorie der französischen Wortstellung damit beginnen, den Schülern die deutsche Wortstellung in ihrer Mannigfaltigkeit klar zu machen. Die Beispiele sind selbstverständlich möglichst einfach zu wählen. An denselben lernt die Jugend pald die drei verschiedenen Konstruktionen(gewöhnliche Stellung, Fragestelluug, Nebensatz) kennen. Man macht ferner auf die Häufigkeit der Frage- stellung an deutschen Lesestücken gelegentlich aufmerksam. Dann zeigt man die deutsche Stellung des Partizips und des Infinitivs. Demgegenüber ist die französische Stellung einfach und klar: nur die zwei ersten Fälle(gewöhnliche Stellung und Pragestellung) kommen vor und davon die Fragestellung, für den Anfang wenigstens, fast nur in wirklichen Fragen. Macht dann ein Schüler einen Fehler, so braucht man ihn nur daran zu erinnern, dals er die deutsche Satzstellung auf das Französische übertragen hat; er sieht sofort seinen Fehler ein und wiederholtes Hinweisen veranlalst ihn allmählich, jedesmal selbst zu überlegen. An die Stelle der mechanisch erlernten und befolgten Regel tritt die Uberlegung. Dann weist man so früh als möglich darauf hin, dals im Französischen das Verb den Mittelpunkt des Satzes bildet. Vorher steht gewöhnlich das Subjekt, während das Objekt folgt. Die kleineren unselbständigen Wörtchen schlieſsen sich enger an das Verb an und werden eventuell samt dem Verb durch ne-pas eingeschlossen. Dabei wie bei den Substantivobjekten gilt das Prinzip: Das nähere Objekt steht dem Verb zunächst. Der Grund,(daſs man erst wen? oder was? und dann wem? fragt) ist einleuchtend und offenbar auch in der französischen Sprache maſsgebend gewesen. Daſs Substantivobjekte der Klarheit zu Liebe oft eine andere Stellung bekommen, thut dem Prinzip keinen Abtrag. In diesem Zusammenhang erwähnt man, daſs im Deutschen durch die veränderte Stellung von Partizip und Infinitiv aus demselben Grunde die Aufeinanderfolge gewöhnlich eine umgekehrte ist(z. B.„ich habe meinem Freunde das Buch gegeben“, wo das nähere Objekt„Buch“ auch dem Verb zunächst ist). Später weist man darauf hin, daſs die kürzeren Satzteile näher an das Verb treten, dals inhaltlich Zusammengehõriges auch zusammengestellt wird, während im Deutschen sich oft ein Verb


