Aufsatz 
Über den linguistischen Rationalismus mit Rücksicht auf die Zwecke des Gymnasial-Unterrichts / Fuldner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

35

7

mit ihr Hand in Hand gehende sorgfältige häusliche Erziehung kräftig untersttitzt wird, die Lehrer im Stande sind, den hohen Zweck, welchen sie im Auge haben, vollständig zu erreichen und die ihnen anvertrauten Knaben und Jünglinge zur wahren Religiosität, zur gewissenhaften Pflichterfüllung, zur Achtung vor Recht und Gesetz, und somit nicht allein zu verständigen und kenntnissreichen, sondern auch zu tugendhaften, christlich-frommen Menschen und dem Fürsten und Vaterlande treu ergebenen Staatsbürgern heranzubilden.

Ich erlaube mir daher, wiederholt den Wunsch auszusprechen, dass die Eltern oder Vor- münder unserer Schüler, denen doch gewiss das Wohl ihrer Kinder und Pflegebefohlenen mehr als Alles am Herzen liegt, es nicht versäumen mögen, recht oft mit mir und den übrigen Lehrern der Anstalt, namentlich den Glassenordinarien, über diesen hochwichtigen Gegenstand mündliche oder schriftliche Rücksprache zu nehmen, damit nach und nach grössere Verständigung zwischen beiden Theilen und grösserer Einklang zwischen häuslicher und

öffentlicher Erziehung herbeigeführt werde.-

II.

Chronik des Gymnasiums.

Der Sommercursus wurde, nach vorhergegangener Heciyienden- Prüfung, am 20. April 1840 eröffnet. 4

Die Sommerferien beeannen am 5. Juli un danexten 3 Wochen. 4

Der 20. August als Geburtstag seiner Hoheit unsers gnädigsten Kurprinzen und Mitre- genten wurde von den Lehrern und Schülern der Anstalt mit ehrfurchtsvoller Liebe und treuer Anhänglichkeit an die Person des erhabenen Fürsten feierlich begangen. Dr. Lobe hielt die Festrede, welchevom wahren Verdienste handelte, und woran sich die aufrichtigsten und würmsten Wünsche für das Wohl des durchlauchtigsten Herrschers knüpften. Eine vom Musiklehrer Volckmar componirte NMotette eröffnete, und der vierstimmige Chor: Heil unserm Fürsten Heil etc. schloss diesen öffentlichen Schulact, dem die weltlichen und geistlichen Behörden nebst andern Einwohnern der Stadt ihre theilnehmende Gegenwart schenkten. Ein Theil der Gymnasiasten fuhr sodann in Begleitung mehrerer Lehrer auf zwei mit Blumenkränzen geschmiickten Wagen zu dem einige Stunden von hier entfernten Hohen- stein, einem Felsenberg mit prachtvoller Aussicht, um dort den Nachmittag mit erheiternden Gesängen und Spielen vergnügt hinzubringen. 3

Vom 30. August bis zum 3. September wurde die schriftliche, am 10. September die mündliche Maturitäts-Prüfung mit 3 Primanern vorgenommen.

Am 19. September genossen sämmtliche Lehrer und 36 Schüler der Austalt in der hiesigen reformirten Kirche das Leiliges Abendmahl. 43

5*