Ueber die Bildung der Menſchen.
Der Schule erhabenes Ziel iſt eine tuͤchtige Bildung der Menſchen, und da⸗ her wohl auch des Lehrers hoͤchſte Pflicht, ſich eine ſolche Bildung zu erringen; vor Allem, um zweckmaͤßig und mit ſicherem Erfolge die ihm anvertraute Ju⸗ gend zu bilden; dann aber auch, um die gewonnenen richtigen Anſichten daruͤ⸗ ber den Eltern zur Belehrung und Beherzigung in verſtaͤndlicher Rede zu em— pfehlen. Dieſe Betrachtung bewog mich nun auch, zum Gegenſtande des dies⸗ jaͤhrigen Programmes die Bildung des Menſchen zu waͤhlen. Vermag ich auch durch manchen unguüͤnſtigen Umſtand beſchraͤnkt uͤber das haͤufig und ſcharfſin⸗ nig Beſprochene hier nichts Neues zu bieten, ſo wird doch ſchon eine geeignete Wiederholung des bisher Geſagten bei Schuͤlern und Eltern nicht ſpurlos ver⸗ hallen. Was koͤnnte aber auch in der aufgeregten, nicht ſelten ungemaͤßigten und uͤbermuͤthigen Zeit, vor deren Exceſſen es jedem beſonnenen Redlichen bangt, nuͤtzlicher und nothwendiger ſeyn, als die dringende Empfehlung der Grundſaͤtze einer tuͤchtigen Bildung, an deren genauer Befolgung Gottes all⸗ waltende Liebe das Wohl der Einzelnen, der Familien und Voͤlker band.. Die Bildung des Menſchen, als eines unzertrennlichen Ganzen, muß in Allem ſeiner hohen Beſtimmung gemaͤß, und daher auch eigentlich nur eine ſeyn. Nichts deſtoweniger kann, ja muß ſich dieſelbe der lichtvollern und wirkſamern Darſtellung wegen nach den Hauptanlagen des Menſchen in mehrere Theile


