Die ſittlich-religioͤſe Bildung und ihre vorzuͤg⸗ lichſten Wirkungen auf die Geſtaltung eines guten und ſchoͤnen Lebens.
Ma nnigfaltig ſind die Guͤter der Erde, die der Menſch zum Ziele ſeiner Wuͤnſche macht, und in deren Beſitz er des Lebens Gluͤck zu finden waͤhnt. Ich nenne hier nur von vielen, Geſundheit, Reichthum, einen Kreis warmer Freunde, hohe Ehrenſtellen, einen großen Namen.— Unlaͤugbar ſchuͤtzen dieſe Guͤter vor vielen Beſchwerden des Lebens, und bringen ihren Beſitzern Freuden, die ihr Mangel entbehrt. Aber ſicher werden ſie doch nur von denen ſo hoch geſchaͤtzt, welchen ſie der Himmel verſagte. Laßt aber ihrer Einen das Ziel alles irdiſchen Strebens erreichen, und ihm alle dieſe Guͤter zwfallen: wie bald wird er dann gewahren, daß ihr wirklicher Beſitz das hohe Gluͤck nicht bringt, welches ihm die taͤuſchende Einbildung beim Ringen darnach vormahlte! Nun fuͤhlt er die vielen Beſchwerden, die dem Beſitze derſelben anhangen; fuͤhlt tauſend ihnen drohende Gefahren; fuͤhlt noch Leerheit im Herzen, die ihr hoͤchſtes Maas nicht zu fuͤllen, noch verwundbare Stellen, die ihr irdiſcher Schild nicht zu decken vermag.— Dieſe traurige Er⸗ fahrung wird taͤglich und ſtuͤndlich gemacht. Und wehe dem menſchlichen Ge⸗ ſchlechte! gaͤbe es kein hoͤheres Gut. Aber wirklich kann der Menſch ein Gut erringen, das ſeinem Streben Einklang, und ſeinem Leben Schoͤnheit


