in der Erwartung baldiger definitiver Ernennungen zunächſt nur proviſoriſch ausgefüllt werden; und ſogar dieſe Abſicht ließ ſich nur teilweiſe verwirklichen. Zwar wurde zum Erſatz für Herrn Dr. Curſch⸗ mann durch Miniſt.⸗Verf. vom 7. April 1888 zunächſt der prov. Gymnaſiallehrer Heinrich Jung vom Gymnaſium zu Mainz an unſere Anſtalt verſetzt; aber nachdem er am 11. April in ſeinen Dienſt eingetreten, wurde er demſelben ſchon am 19. April wieder teilweiſe entzogen, weil Herr Jung von der Teilnahme an einem Turnkurſus nicht entbunden werden konnte, zu dem er ſich früher von Mainz aus angemeldet. So erteilte Herr Jung bis zur Woche vor Pfingſten wöchentlich nur 13 Stunden. Die übrigen Stunden dieſes Vikars wurden verſehen durch Herrn Dr. Nehmeyer, Acc. Dr. Voltz
und durch den am 11. April durch Miniſt.⸗Verf. vom 5. April 1888 unſerer Anſtalt zur Ableiſtung
des Probejahres zugewieſenen Acceſſiſten Dr. Rudolf Becker. Weil auch die durch den Abgang des Herrn Prof. Dr. Schädel erledigte Stelle mit dem Beginn des Sommerhalbjahres 1888 weder beſetzt,
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noch durch einen beſonderen Vikar verwaltet werden konnte, ſo übernahm Herr Dr. Becker mit dem Beginn des Semeſters auch in der Oſterſexta 9 St. Lat. und 4 St. Deutſch; und die 8 Religions⸗ ſtunden, die Prof. Dr. Schädel in den Klaſſen Ia H— IIb H erteilte, wurden von Herrn Kollegen Trümpert mit den Religionsſtunden der entſprechenden Oſterklaſſen kombiniert. Dies geſchah in der Erwartung einer baldigen Wiederbeſetzung der Schädel'ſchen Stelle. Die Fürſorge des Großh. Mini⸗ ſteriums und des Großh. Oberkonſiſtoriums bewirkte nun auch, daß durch Allerhöchſtes Dekret vom 9. Mai 1888 der frühere Lehrer des Schullehrerſeminars in Alzey Hermann Stromberger, Pfarr⸗ verweſer in Zotzenbach im Odenwald, zum Lehrer an unſerer Anſtalt ernannt wurde; aber nach reif⸗ licher Überlegung ließ ſich derſelbe, mit Rückſicht auf ſeine Geſundheit, wieder von dieſer Stelle ent⸗ heben, ehe er dieſe angetreten. Dieſe Enthebung erfolgte durch Allerhöchſtes Dekret am 16. Juni 1888. Hierauf mußte ſich die Anſtalt noch länger in die Notwendigkeit fügen, mit unvollſtändigen Lehr⸗ kräften, proviſoriſcher Stundenverteilung und interimiſtiſchem Stundenplan, wie ſeit Oſtern, weiter zu arbeiten.
Dazu kam nach den Juliferien eine Erkrankung des Herrn Kollegen Dr. Gerhard, für welchen infolge der Min.⸗Verf. vom 31. Juli 1888 Dr. Philipp Brückel, bis dahin Acceſſiſt an dem Real⸗ gymnaſium zu Offenbach, am 6. Auguſt als Vikar eintrat. Herr Dr. Brückel blieb ſeitdem in dieſer Stellung bis zum Ende des Winterhalbjahres 1888/89; und er verbleibt darin auch demnächſt bis auf weiteres.
Zur Freude der Anſtalt iſt des Herrn Kollegen Dr. Gerhard Geſundheitszuſtand viel beſſer ge⸗ worden. Hoffentlich übernimmt er bald wieder ſeinen Unterricht.
Da Kollege Dr. Blaſe Ende Juli 1888 zu einer militäriſchen Übung eingezogen wurde, verſetzte die hohe Behörde zur Verwaltung ſeiner Stelle durch Verf. vom 22. Juni Herrn Joſeph Collin von dem Gymnaſium zu Laubach an unſere Anſtalt. Er trat am 6. Aug. ein. Nach Beendigung des Sommerhalbjahres verließ derſelbe wieder unſere Schule und kehrte nach Laubach zurück.
Als Herr Dr. Fiſcher am 1. Juni 1888 für acht Wochen zu militäriſchen Übungen eingezogen wurde, vikarierten für ihn die Kollegen Schopp, Kunz und Fritz; aber die Turnſtunden des Herrn Dr. Fiſcher mußten leider ausfallen.
2. Vom 24.—30. Mai 1888 fand eine Beſichtigung der Anſtalt durch den Geh. Oberſchulrat Dr. Schiller ſtatt.
3. Das Winterhalbjahr 1888/89 brachte folgende Veränderungen.
Durch Allerhöchſte Dekrete vom 20. September 1888 erfolgten, mit Wirkung vom 1. Okt. an,


