Aufsatz 
Über die erste Graßmann'sche Erzeugungsweise der ebenen Kurven 3. Ordnung und deren Analogon im Raume / von Heinrich Fritz
Entstehung
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V. Zur Chronik der Anſtalt. (Von Oſtern 1888 bis Oſtern 1889.)

1. Im Verlaufe des zurückgelegten Schuljahrs traten in unſerem Lehrerkollegium bedeutende Ver⸗ änderungen ein, und beſonders das Sommerhalbjahr 1888 brachte uns manche Störung. Wir ver⸗ loren im Frühjahr 1888 in wenigen Tagen drei vorzügliche Lehrkräfte. Am 5. April, vormittags 6 Uhr, ſtarb Kollege Dr. Leopold Kornmeſſer in dem Luftkurort Görbersdorf in Schleſien, den er ſchon in den vorhergehenden Jahren wiederholt aufgeſucht hatte. Die Sektion erwies, daß der Lungen⸗ ſpitzenkatarrh, der ihn im Sommer 1884 zum erſtenmale nach Görbersdorf geführt, ausgeheilt war. Aber die Folgen einer früheren Lungen⸗ und Rippenfellentzündung hatten die Lungenſchwindſucht herbei⸗ geführt, die ihm den Tod brachte. Unſere Anſtalt verlor in ihm einen Mann von ehrenwertem Charakter, einen wiſſenſchaftlich hervorragenden Lehrer, einen treuen Kollegen und einen liebevollen und geſchickten Erzieher und Bildner der ihm anvertrauten Klaſſen. Seine Beſtattung erfolgte in Straßburg im Elſaß, wo ſeine Mutter wohnt.

Durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. März 1888 wurde der Gymnaſiallehrer Prof. Dr. Ludwig Schädel, mit Wirkung vom 1. April 1888 an, zum Direktor des Realgymnaſiums und der Real⸗ ſchule zu Offenbach a. M. ernannt, und er übernahm die Aufgabe, das genannte Realgymnaſium zu einem humaniſtiſchen Gymnaſium umzugeſtalten.

Der Gymnaſiallehrer Dr. Friedrich Curſchmann wurde ebenfalls durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. März 1888 zum Direktor der Realſchule und des Progymnaſiums zu Friedberg, mit Wirkung vom 1. April 1888 an, ernannt. Den beiden Kollegen, deren ausgezeichnete Wirkſamkeit an unſerer Anſtalt in unſerer Stadt und in der Geſchichte unſerer Schule unvergeßlich iſt, folgten nach Offenbach und Friedberg die beſten Wünſche der Kollegen, Schüler und Freunde. Aber Direktor Curſchmann wurde in ſeinem neuen Berufe ſchon nach kurzer Thätigkeit im Januar l. J. von ſchwerer Krankheit heimgeſucht und ſtarb nach kurzem Leiden zu Friedberg am 30. Januar 1889. Zu der Beerdigung des heimgegangenen Kollegen, die am 1. Febr. zu Gießen, dem Wohnorte ſeines Vaters, ſtattfand, be⸗ gaben ſich die Kollegen Dr. Blaſe und Fritz I als Vertreter unſerer Anſtalt; und dieſen folgte eine große Anzahl von Schülern unſerer Oſteroberprima, die früher Schüler des Verſtorbenen geweſen und nun dem hochgeſchätzten Lehrer den letzten Zoll ihrer Dankbarkeit darbrachten.

Am 1. April 1888 wurde der prov. Hülfsturnlehrer Eduard Otto ſeines Dienſtes an unſerer Anſtalt entlaſſen, nachdem ihm durch Miniſt.⸗Verf. vom 20. März 1888 die prov. Verwaltung einer Lehrerſtelle an der erweiterten Volksſchule zu Butzbach übertragen worden war. Da im Staats⸗ budget für die Finanzperiode 1888/91 unſerer Anſtalt eine neue proviſoriſche Lehrerſtelle, vornehmlich für Turnunterricht, bewilligt worden, ſo wurde zum Erſatz für Herrn Otto der an dem Gymnaſium zu Mainz beſchäftigte prov. Gymnaſiallehrer Dr. Wilhelm Fiſcher, der früher als Acceſſiſt an unſerer Anſtalt thätig geweſen, durch Miniſt.⸗Verf. vom 7. April 1888, mit Wirkung vom 16. April an, als prov. Lehrer unſerer Anſtalt überwieſen.

Nach dem Abgang der Gymnaſiallehrer Dr. Kornmeſſer, Dr. Curſchmann und Prof. Dr. Schädel erhielt unſere Anſtalt nur teilweiſen Erſatz für dieſelben. Herr Dr. Anthes, der ſchon früher Vikar für den erkrankten Dr. Kornmeſſer geweſen, erblieb zunächſt in dieſer Stellung. Aber die Lücken, die durch die Beförderung der Herren Dr. Curſchmann und Dr. Schädel entſtanden, konnten