Bie häuslichen Aufgaben. Statiſtiſches.
Das 19. Jahrhundert hat die häuslichen Arbeiten der Schüler bis ins Grenzenloſe wachſen ſehen. Als folgerichtige Reaktion dagegen trat die gänzliche Verwerfung auf, und es wird ſchwer halten, dieſe Extreme befriedigend zu vermitteln; beſonders da der Schule die häuslichen Aufgaben meiſt bequem, dem Hauſe meiſt unbequem ſind. Jedoch die über den Parteien und ihren Sonderintereſſen ſtehende Wiſſenſchaft erkennt ſie als einen nothwendigen Faktor des Jugendunterrichts an: ſie können nicht fehlen, und darum werden ſie beſtehen. Nur müſſen ſie auf ihren naturgemäßen Platz geſtellt, und auf das rechte Maß zurückgeführt werden.
In Nachfolgenden werde ich nicht ſowohl die Frage ſelbſt erörtern, als vielmehr ſtatiſtiſches Material zu derſelben liefern. Vielleicht ſehen ſich auch andere Schulen veranlaßt, die in ihren Kreiſen geſammelten Erfahrungen zu veröffentlichen. Der Zukunftspädagogik dürfte damit mehr gedient ſein, als mit ſubjektiven Urtheilen. Vor allem muß eine feſte Baſis für die Unterſuchung gewonnen werden.
Mit den Begriffen„Wenig, nicht zu Viel, vernunftgemäß, zweckdienlich“ ꝛc. läßt ſich in der Wiſſenſchaft nicht rechnen. Auch die nähere Beſtimmung, welche vor einigen Jahren ein namhafter Schulmann hinzufügte: Man müſſe den Schülern, beſonders den Gymnaſiaſten, ſoviel Aufgaben ſtellen, daß ſie keine Zeit zu unnützen Streichen übrig behielten, iſt zwar intereſſant, aber noch weit von der nöthigen Beſtimmtheit und Klarheit entfernt.
Das Zeitmaß, welches von den Schülern zu häuslichen Arbeiten gefordert werden darf, muß feſtgeſtellt, und es muß dazu ermittelt werden, wieviel Zeit jede Art der Schularbeit generel und individuel bedarf.
1


