Aufsatz 
Lehrplan für den deutschen Unterricht : [nach Fachconferenzen zsgest.] / bearb. von Richard Forst
Entstehung
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handlung, bezw. E. S. Mittler und Sohn. Erſter Teil, erſte Abteilung.

2. Regeln und Wörterverzeichnis für die deutſche Rechtſchreibung zum Gebrauch in den preußiſchen Schulen. Herausgegeben im Auftrage des Königlichen Miniſteriums der geiſtlichen, Unterrichts⸗ und Medizinal⸗Angelegenheiten. Berlin, Weidmannſche Buchhandlung.

II. Lektüre. A. Proſa.

Obgleich von dem in Sexta eintretenden Schüler eine gewiſſe Fertigkeit im mechaniſchen Leſen zu fordern iſt, ſind die dies⸗ bezüglichen Übungen in dieſer Klaſſe noch fortzuſetzen, zugleich aber iſt in höherem Maße zu verlangen, daß der Schüler korrekt und ſinngemäß lieſt. Er muß ſchon jetzt dazu angehalten werden, langſam, laut(ohne zu ſchreien) deutlich und möglichſt dialektfrei zu leſen und iſt darüber zu belehren, wo der Inhalt und Ausdruck ein Heben oder Senken der Stimme nötig macht.

Das ausgewählte Leſeſtück wird, je nach ſeinem Umfange, entweder ganz oder, um bei größeren Stücken das Intereſſe des Schülers von Anfang bis zu Ende unvermindert zu erhalten, abſchnittweiſe zuerſt von den gewandteren Schülern vorgeleſen und dann von den mindergeübten wiederholt. Verlangt der Inhalt eine lebhaftere Modulation der Stimme oder bietet der Umfang der Süätze oder nur eines größere Schwierigkeiten dar, ſo wird der betreffende Satz oder Abſchnitt erſt von dem Lehrer vorgetragen und dann mehrfach nachgeleſen, bis die er⸗ forderliche Glätte und Betonung erreicht iſt: überhaupt wird es ſich empfehlen, daß der Lehrer von Zeit zu Zeit etwas vorlieſt, um den Schülern ein Muſter von geſchmackvoller Ausſprache und ſinngemäßer Betonung ſelbſtverſtändlich ohne theatraliſchen Affekt zu bieten. Nachdem das Stück auf dieſe Weiſe zu Ende geleſen iſt, wird es im ganzen noch einmal wiederholt, um einen Überblick über den Inhalt zu bewirken. Wenn man erwägt, welche erſtaunliche Unbeholfenheit im Vorleſen oft noch Schülern eines reiferen Alters anhaftet, wird man dieſe Wiederholungen nicht für zu häufig halten; außerdem iſt es eine bekannte Erfahrung, die jedoch oft nicht die nötige Beachtung ſindet, daß, wer nicht korrekt und ſinngemäß leſen kann, ſehr mühſam und oberflächlich lernen kann. Das Chorleſen, das bei kleineren Klaſſen unter Heranziehung ſämtlicher Schüler, bei größeren abteilungsweiſe vorgenommen werden kann, empfiehlt ſich ebenfalls nicht bloß