Aufsatz 
Die Pflege der alten Kunst auf dem Gymnasium
Entstehung
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antiken Plastik so dargestellt, dass sie sich zur Verwertung im Kunstunterricht der Schule eigneten. Nur auf eine Gruppe lenke ich die Aufmerksamkeit, den sogenannten

8) Pasquino, der im genauen Anschluss an den 2. Gesang der Patroklie(II. XVII) den

Menelaos mit der Leiche des Patroklos im Arm darstellt.(Bender, Bilderm. Heft VIII; Friederichs- Wolters No. 1397 u. 1398 gibt eine treffliche Beschreibung des Kunstwerks und setzt es wegen des mächtig ergreifenden dramatischen Pathos ungefähr an das Ende des vierten Jahr- hunderts; vgl. Helbig, Führer, No. 238.) Als nützliche Anschauungsmittel können die trotz ihrer schlechten Erhaltung noch wirksamen pompeianischen Wandgemälde von der Entführung der Briseis(II. I, 184 ff.) und von Achilleus auf Skyros(II. XIX, 326) zugezogen werden(Beuder, Bilderm. Heft VIII; vgl. Helbig, die Wandgemälde Campaniens No. 1298 u. 1319; Operbeck, Gallerie heroischer Bildwerke S. 292 u. 389).

Die Horazlektüre vervollständigt und beschliesst die Reihe der Göttertypen. In Ver- bindung mit c. I, 10 werden von den erhaltenen Statuen

1) der Hermes des Praxiteles und der von Herculaneum zum Vergleich gebracht. (Bender, Bilderm. Heft III u. VI; Friederichs-Molters, No. 1212: Buumeister, Denkm. S. 678); die beiden Statuen sind vorzüglich geeignet, das Wesen des Gottes, wie das Gedicht es schildert, zu verdeutlichen, der praxitelische H. durch den unvergleichlich schönen und charakteristischen Gesichtsausdruck, der andere durch die ganze Situation.(II. sitzt nicht, um der körperlichen Ruhe zu pflegen, sondern der geistigen Sammlung wegen, um den schwierigen Auftrag, der ihm als Götterboten geworden ist, einer letzten UÜberlegung vor der Ausführung zu unter- ziehen).

2) Für Dionysos, den Gott des Weins, ist(Bender, Bilderm. Heft VII; Friederichs- Iolters, B. No. 1490) eine Abbildung des Dionysoskopfes vom Kapitol geeignet, ausserdem, um den Unterschied des Gottes selbst von den in seinem Gefolge befindlichen Satyrn auch in der Darstellung der Kunst zu zeigen, der Dionysos von Frascati(Photogr. bei Brogi; Helbig, Führer No. 111). Daneben kann der Unterricht als Typus des bärtigen Dionysos den sog. Sardanapallos zuziehen,(Helbig Führer No. 326; Friederichs-Molters D. No. 1284). Hor. carm. I, 18; II, 19 u. 5.

Von dem Gefolge des Dionysos, den Satyrn, gibt ausser dem Satyr von Pompeii (Bender, Bilderm. Heft VII) der Marsyas von Myron ein charakteristisches Bild auch für die Kunst des Myron, der es liebte, menschliche Figurenin dem prägnantesten Momente einer alle Körperteile beherrschenden Bewegung auszudrücken;(Helbig, Führer No. 655; Friedterichs- Molters, No. 454; Baumeister, Denkmäler II, S. 1002). Zur IIlustrierung der myronischen Eigenart kann auch bei dieser Gelegenheit der Diskobolos vergleichend betrachtét werden. (Bender, Bildermappe Heft III; Helbig, Führer No. 332, 443; Friederichs-Molters No. 451; Overleck, Plastik, 4 Aufl. I, S. 272 ff.).

3) Der Musagetes Apollo und der Chor der Musen sind in einer Reihe trefflicher Statuen aus dem Musensaal im Vatikan dargestellt.

a. Apollo Musagetes: IHor. carm. I, 2, 32; II, 10, 20.(Bender, Bildermappe H. 5; Helbig, Führer No. 267; Baumeister, Denkmäler I, S. 99).

b. Aepeheno. Hor. c. IV, 3;(Helbig, Führer No. 271; Baumeister, Denkm. II, S. 971).

c. Thalia: Hor. c. IV, 6;(Helbig, Führer No. 272; Baumeister, Denkm. II S. 971. Beide Statuen abgeb. bei Bender, Bildermappe H. V).

Die der Herrschaft der olympischen Götter und damit auch menschlicher Kultur feind- lichen Mächte wie die Giganten, ebenso die Kentauren und andererseits die Heroen, welche wie Herakles, jene den Menschen feindlichen Naturmächte bewältigten, werden in Verbindung mit den Carm. I, 3; I, 18; II, 12; II, 19; III, 1; III, 4, behandelt.

4) Zuerst der farnesische Hercules Hor. carm. I, 3, 36.(Bender, Bdm. VI; Friederichs- IIolters, No. 1265) zeigt uns den Helden nicht voll froher Thatenlust, sondern müde von allen ausgestandenen Mühen und Leiden; diese Auffassung geht auf Lysippos zurück; allein alles, was der Meister nur angedeutet hat, ist von dem Kopisten übertrieben: sowohl die körperliche Muskelfülle als die seelische Ermüdung.

5) Die auch dem ungeübten Auge des Schülers bei diesem Bilde erkennbare üppige Gestaltung der männlichen Muskulatur tritt bei der Gigantomachie am Pries des Zeusaltars

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