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Pensums ganz natürlich, da der Lehrer selbst fühlte, dass die Schüler zu klaren Begriffen und Vorstellungen nicht gekommen sein konnten. Gelingt es nun, der Betrachtung der griechischen Architektur einen Platz in dem ausgeführten Lehrplan der Geschichte zu sichern, so geht es selbstverständlich ohne Kürzungen an dem Geschichtsplan nicht ab. Ich frage aber, ob nicht die einleitend behandelte Geschichte der orientalischen Völker häufig viel zu sehr ausgedehnt wird, ob nicht die ganze erste Periode der griechischen Geschichte bis zum ionischen Aufstand auf die dorische Wanderung einen kurzen Uberblick über die Kolonisation und die Geschichte der Verfassungen als Kern der ganzen Darstellung beschränkt werden könnte? Die neuen preussischen Lehrpläne haben den Unterricht in der alten Geschichte in ein Schuljahr zusammen- gedrängt und die dadurch bedingten Kürzungen des Unterrichtsstoffes mit dem Hinweis auf die altsprachliche Lektüre gerechtfertigt, die in Sekunda wesentlich Historiker behandelt. Es ist nicht meine Absicht dieser Massregel, die ja auch keine allgemeine Nachahmung gefunden hat, im Ganzen ein Loblied zu singen, aber der Gesichtspunkt, dass durch die Lektüre der Geschichtsunterricht erheblich entlastet werden kann, ist zweifellos richtig. So können in der zweiten Periode die kriegsgeschichtlichen Einzelheiten der Perserkriege füglich der Herodot- stunde überlassen werden, der peloponnesische Krieg und die Zeit bis zum Untergang der griechischen Freiheit finden ihre Ergänzung durch die Lektüre des Thukydides und Demos- thenes. Da nun nach den neuen hessischen Lehrplänen für die griechische Geschichte drei Vierteljahre verbleiben(ein Viertel des Schuljahres der Untersekunda ist der Vollendung der vaterländischen Geschichte vorbehalten), so gehört gewiss die Berücksichtiguug der antiken Kunst in dem Umfang, wie ihn der nachfolgende Lehrplan beschreibt, bei gutem Willen nicht in das Reich der Unmöglichkeit.
Plan für Untersecunda.
Die Erwähnung der dorischen Wanderung führt zur Betrachtung der Kultur, die durch diese Einwanderung verdrängt worden ist. Dabei wird gerade die Kunst das interessanteste Material darbieten, um die Fäden nachzuweisen, welche die griechisch-dorische Zeit mit der früheren mykenischen verknüpfen. Zu diesem Zwecke findet eine kurze Hinweisung auf die mykenischen Königsburgen statt, die durch Schliemanns Ausgrabungen bekannt geworden sind. Auf den verwickelten Grundriss des Burgbaus geht der Unterricht nicht ein. Erwähnens- wert ist:
1) Art des Mauerbaus,
2) das Löwenthor,
3) Atreustholos und zwar von diesem letzteren:
a. die Fassade am Eingang wegen der dort gefundenen Säulenschaft- und kapitell- krasmente, die mit Recht in enge Beziehung zu der dorischen Säule gebracht werden
b. die kostbare bauliche Ausstattung des Inneren, die in Beziehung gesetzt wird zu der Odysseelektüre(IV, 71 ff.; VII, 86 ff.)
c. der Kuppelbau durch Vorkragung, der später zum Vergleich mit der sog. nornri eiοοoc in Olympia(dem überwölbten Gang von dem Stadion in die Altis) und den etruskisch-italischen Gewölbebauten wieder herangezogen wird.
Auf die kostbaren Einzelfunde kann sich der Lehrer nicht einlassen, zumal die der mykenischen Zeit eigenen Ornamente(Spirale, Rosette, Rhombus) an den Säulenfragmenten vom Atreustholos nachgewiesen werden können.
Litteratur: Schliemann, Mgkenae, Leipzig 1878, Tiryns, Leipzig 1886; Schuchhardt, Schliemanns Ausgrabungen in Troja, Tiryns, Mykenae, 2. Aufl. Leipzig 1892.
Anschauung smittel: Menge, Bilderatlas Tafel 8; für die Säulenfragmente vom Atreus- grabe liefert der Zeichenunterricht eine grössere Abbildung.
Das kriegerische Dorervolk hatte zwar bei seinem Linbruch in das südliche Griechen- land der hochentwickelten Kultur der mykenischen Zeit ein Ende bereitet; allein die neuen Eroberer, mit dem den Hellenen angeborenen Schönheitssinn begabt, machten sich bei der eigenen zunächst an den Gotteshäusern zur Erscheinung kommenden Baukunst die Trümmer


