Aufsatz 
Die Lehre vom Maß der Kräfte und ihrer Effekte, nebst Anwendung / von C. Fliedner
Entstehung
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37 §. 15.

Entwickelung der Stoßgeſetze unelaſtiſcher Körper.

1) Sind M, und M, die Maſſen zweier vollkommen unelaſtiſcher Kugeln, die ſich mit den bezüglichen Geſchwin⸗ digkeiten c, und c. in der nämlichen Richtung bewegen, und iſt c. c., ſo wird die erſtere(hintere) dieſer Kugeln in irgend einem Zeitpunkt auf die zweite(vordere) ſtoßen und deren Bewegung beſchleunigen, während ihre eigene Bewegung durch den Widerſtand der zweiten verzögert wird. Dieſe gegen⸗ ſeitige Einwirkung der beiden Kugeln wird ſo lange dauern bis ihre Geſchwindigkeiten einander gleich geworden ſind, alsdann werdeu ſie ſich ohne fernere Einwirkung aufeinander, blos dem Trägheitsgeſetz folgend, mit gemeinſchaftlicher Geſchwindingkeit fortbewegen. Die Zeit dieſer gegenſeitigen Einwirkung, die Stoßzeit:, iſt zwar meiſt eine ſehr kurze, unmeßbare, aber doch nicht als unendlich klein zu betrachten. Bezeichnet P den Widerſtavd, welchen die erſte Kugel durch die zweite erfährt, alſo, da Wirkung und Gegenwirkung der beiden Kugeln in jedem Moment gleich ſind(§. 6, III.), auch die Kraft, durch welche die zweite Kugel von der erſten beſchleunigt wird, und nimmt man P während der Stoßzeit enſtant an, ſo drückt Pr ſowohl den Zeiteffect des Widerſtandes aus, welchen die erſte Kugel zu überwinden hat, als auch den Zeiteffect der Kraft, durch welche die zweite beſchleunigt wird; in der erſteru Bedeutung iſt aber(zufolge§. 12, 1, c) Pr= A.(. c) in der letztern(zufolge§. 11, 2, I.) P= M.(c%.), folglich iſt I. M,(4. c)=,(«)*),

*) Will man die Annahme, daß Kraft und Widerſtand während der zwar ſehr kleinen aber doch endlichen Stoßzeit conſtant ſeien, nicht