Aufsatz 
Eduard Mörike : Seine Stellung in der Literaturgeschichte und im deutschen Unterricht / von Karl Fischer, Dr. phil., Gymnasialdirektor
Entstehung
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Ich ſehe ſchon, daß Du mich kennſt, Fürchte Dich nicht, ich bin ein Geſpenſt. Sieh her! ich bin mein eigner Schatten Und muß vor tiefem Schmerz ermatten; Du aber biſt wie eine Blume nun, Du wandelſt durch den Wald wie ſel'ge Geiſter thun, Ach, gieb in Deiner Seligkeit Ein Zeichen nur, daß mir Dein Geiſt verzeiht! Du winkſt mir zu?

Für dieſe Stufe dürfte ſich auch die älteſte, ganz kurze Form des alten Turmhahnes eignen, überſchrieben:Aus Gelegenheit der Kirchturm-Renovation im Juni 1840, mit einem vom Dichter meiſterlich gezeichneten Turmhahn.(Ein Original iſt in Weimar, eins in dem mir überwieſenen Nachlaß); das Stück lautet in dieſer

Faſſung:

Zu Klepperfeld(⸗Cleverſulzbach) im Unterland Wohl an die hundert Jahr ich ſtand, Auf dem Kirchturm ein guter Hahn

Als ein Zierrat und Wetterfahn.

In Sturm und Wind und Regennacht Hab ich allzeit das Dorf bewacht; Manch falber Blitz hat mich geſtreift, Der Froſt mein' roten Kamm bereift; Auch manchen lieben Sommertag,

Da man gern Schatten haben mag,

Hat mir die Sonne unverwandt

Auf meinen goldigen Leib gebrannt;

So ward ich ſchwarz vor Alter ganz, Und weg iſt aller Glitz und Glanz,

Da haben ſie mich nun zuletzt

Veracht' und ſchmählich abgeſetzt. Mein'thalb! So iſt der Welt ihr Lauf; Jetzt thun ſie einen jungen nauf.. Stolzier, prachtier und dreh dich nur,