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In der Bahre liegen blutigrot Seine weißen Füße und Hände.
Bald aber, liebe Schweſtern freuet euch, Wird dieſes Kind uns allen gleich. Es windet ſich aus feuchtem Moos Mit friſchen Elfengliedern los, Dann wieget es ſich im ſchwanken Mondenſtrahl Auf Blumen und auf Halmen Und tanzet durch Wald und Wieſenthal.“
Dcem andern hierher gehörigen Stück konnte man wohl die Überſchrift geben: Wie der böſe Wolf Rotkäppchens Verzeihung ſucht; im Original ſteht drüber: Der Wolf.
„Ich bin der Wolf, den man hat totgeſchoſſen, Und bin als Geiſt in dieſe Welt verſtoßen, Im Grabe find ich keine Ruh,
Bis ich Rotkäppchen finden thu. Dann will ich mich um nichts mehr bekümmern, Mich weder beſſern noch verſchlimmern; Ganz abgeſondert im Geiſterreich Leb ich nur, brütend, immer gleich, Werde keinen Gruß erwidern Von meinen Schweſtern oder Brüdern. Ja einſt da dacht ich anders wohl, Daß ich mein Glück im Tode finden ſoll, Denn Dich Geliebte hofft ich dort zu ſuchen, Allein jetzt muß ich mich und Dich verfluchen, Gefoltert ſo von Scham, Gemartert ſo von Gram, Will ich von Deinem Anblick ferne weichen. Doch ſtill! dort ſeh ich etwas kommen ſchleichen, Es ſchlüpft durch mondſcheingrün Gebüſch Und blickt mich an mit Augen friſch: Es iſt Rotkäppchens Geiſt.


