Aufsatz 
Kurzer Lehrplan für den lateinischen Unterricht
Entstehung
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sönlichkeit des Dichters fehlen, den sie ja aus seinen Werken und nicht aus einem litteraturgeschichtlichen Exkurs des Lehrers kennen lernen sollen.

Wie mit der Auswahl und Verteilung des Lesestoffs zu ver- fahren ist, dafür sollten hier nur die Hauptgesichtspunkte angegeben werden; ihre nähere Ausführung ist in den Klassenlehrplänen zu finden. Diese Lehrpläne enthalten die zu lesenden Schriftsteller bezw. Schriften z. Teil in grölserer Auswahl, schon deshalb, damit. bei den Schülern nicht sofort eine schriftliche Vererbung der deut- schen Ubersetzung eintreten kann. Nach Tertialen oder sonstigen bestimmten Zeitabschnitten ist die Menge des Stoffs, wenn möglich unter Berechnung eines Durchschnittspensums für die Stunde, und die Reihenfolge der Schriftsteller angegeben, auch wohl kurz das Verhältnis zu den griechischen Schriften bezeichnet, die gleichzeitig gelesen werden.

III. Methodische Behandlung der Lehraufgaben. A. Grammatik. 1

1. Die Darbietung.

Die Lehrpläne sagen S. 23:Als Ausgangspunkt für den ersten Unterricht in VI empfiehlt sich im allgemeinen nicht die Regel, sondern der von dem Lehrer vorzuübersetzende und von dem Schüler in der Ubersetzung zu wiederholende lateinische Satz. Erst dann, wenn eine Reihe nach einem bestimmten Gesichtspunkt ausgewählter Sätze eingeübt, die Deklinationsformen daraus erklärt und ver- gleichend zusammengestellt sind, schlieſst sich jedesmal die gedächtnis- mälsig einzuprägende Regel an. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daſs durch diese methodischen Bestimmungen vor allem dem viel- fach üblichen Einpauken, dem Mechanisieren des grammatischen lateinischen Unterrichts entgegen getreten und dem Lehrer von vornherein ein Weg gewiesen werden soll, der die Selbstthätigkeit der Schüler grundsätzlich in Anspruch nimmt. Das Neue ist es, das auf diesem Wege geistig erfalst werden soll, insofern es sich für diesen eignet; Latinismen, idiomatische Wendungen, Einzel- heiten etc. können nicht unter ein Gesetz gebracht, also auch nicht