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bezeichnet. Freilich heiſst es in den„Erläuterungen“ zu den Lehr- plänen S. 73:„Die in den Lehraufgaben für das Lateinische und Griechische bezeichneten Schriftsteller und Schriften sind solche, welche in den betr. Schuljahren gelesen werden müssen“. Da aber auch bei den früheren Lehrplänen ein solcher Zwang ausgeschlossen war und die neuen Lehrpläne nach amtlicher Erklärung eine gröſsere Freiheit der Bewegung als früher gestatten, so wird wohl die erste Annahme gelten dürfen.
Aus den Lehrplänen ist noch die Bestimmung(S. 24) zu be- merken:„Bei Schriftstellern oder Schriften. welche nicht vollständig gelesen werden können, ist streng darauf zu halten, dafs die Aus- wahl nach bestimmten sachlichen Gesichtspunkten erfolge, und daſs immer ein möglichst abgeschlossenes Bild gewährt werde“.
Im einzelnen mag nur hervorgehoben werden, dafs Livius keinen- falls mit Buch 1 begonnen werden darf, das für den Anfänger zu schwer ist; die Bücher 21 und 22 sind immer noch die beliebtesten und können auch wie 24— 30 und einzelne Stücke aus der ersten Dekade, z. B. II, 32— 35, 41— 48 und eine Auswahl aus VIII für die Privat- bezw. unvorbereitete Lektüre verwandt werden. Von Sallust empfiehlt sich in erster Linie das bell. Jugurth.; von Ciceros Reden in II: de imp. Pomp. und in Cat. I und II oder III bezw. IV; in I: pro Murena, 1. u. 2. Philipp., 2. oder 4. Verrina, die Sestiana; von seinen phi- losophischen Schriften haben für die Schule immer noch Wert Cato maior und Tuscul. I und V. Jedenfalls sind in UI immer Tacitus Germania und in OI die Annalen I und II, von den Hist. beson- ders Buch IV und event. V zu lesen.
Von der Aeneis verdient das 2. Buch besondere Berücksichti- gung, aulserdem 3, 4, 6, 8 und 9.
Da erfahrungsgemäls der Ertrag der Virgil-Lektüre recht gering ist, wird in UII die Ovid-Lektüre fortgesetzt und Virgil lediglich der O II zugewiesen, wie das ja auch die Lehrpläne gestatten. In Aussicht genommen wird für U II auch eine Auswahl aus den Fasti.
Von Horaz werden nicht nur Oden und Episteln in Auswahl gelesen, sondern auch 1— 2 Epoden, z. B. 16 und 2, und eine An- zahl Satiren, sonst würden den Primanern wichtige Seiten der Per-


