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iſt die Regierung von Lebeweſen, die mit Verſtand und Willen begabt ſind. Auch der erfahrenſte Uhrmacher kann die Räder an einem Uhrwerkleichter regieren als die Begierden ſeines Sohnes. Und wie wird ſich Gottes Weisheit am Tage des Gerichts zeigen, wenn den Heuchlern der Deckmantel der Religion vom Leibe gezogen wird, und die Böſen ſich als die widerwilligen Förderer des göttlichen Heilsplans erweiſen.
Im folgenden Jahre(86) veröffentlichte er eine Ab⸗ handlung über den allgemein angenommenen Begriff von Natur.(IV. 358 ff.) In dem Vorwort verwundert er ſich darüber, daß es ſo viel Naturforſcher gäbe, welche über die Wirkungen und Werke der Natur ſchreiben, aber nicht über dieſe ſelbſt. Das kommt ihm vor, wie wenn ein Geſchichtsſchreiber, welcher die politiſchen Zuſtände eines Reichs darſtellen will, ſich ſehr weitläufig über Richter, Offiziere und andere Beamten verbreite, über Rechte und Verwaltung des Königs aber ſchweige. Die ganze folgende Unterſuchung bezeichnet er ſelbſt als einen vielleicht fehlerhaften Verſuch, der Wahrheit näher zu kommen; auch in ihr bekämpft er wieder mit ſeiner umfaſſenden Gelehrſamkeit und klarem Verſtand die falſche Auffaſſung des Naturbegriffs, die der Natur zuſchreibe, was der Weisheit und Allmacht Gottes zugeſchrieben werden muß.
Um dieſelbe Zeit(87) veröffentlichte er noch ein Werk ſeiner Jugend das Märtyrertum von Theodora und Didymus.(IV. 425 ff.) In dem ziemlich umfangreichen Werke zeigt er, wie irdiſche reine Liebe und Chriſtentum wohl zuſammen beſtehen können, und wie das Chriſtentum dieſe Liebe adelt und vertieft.—
Im Jahre 1690 erſchien ein größeres Werk in 2 Teilen und einem Anhang(V. 37. 655 ff, 685 ff.): Der chriſt⸗ liche Virtuos. Indem B. zunächſt die Meinung, die ihm offen ausgeſprochen worden ſei, zurückweiſt, als ob ſich ſeine Thätigkeit in den Naturwiſſenſchaften nicht mit der in der Theologie vertrage, ſtellt er ſich ſelbſt als Zeugen für das


