Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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Drittens iſt zu beachten, daß zwar alle Bücher der hl. Schrift ganz hauptſächlich um der Menſchen willen geſchrieben ſind, die zu der Zeit gelebt haben, als ſie geſchrieben wurden; aber da alle Menſchen dieſer Wohlthat teilhaftig werden ſollten, ſo mußte auch die ganze Darſtellung darnach eingerichtet werden: ſie iſt alſo wie die Augen eines Porträts, welche uns überall mit ihrem Blicke folgen.

Da nun Vieles auf die Zeitgenoſſen berechnet war, ſo findet ſich auch viel, was ſich beſonders an dieſe wendet und ohne Kenntnis jener Zeit nicht recht verſtanden wird; anderes, wie die prophetiſchen Stücke beziehen ſich auf die Zukunft und bieten dadurch beſondere Schwierigkeiten; da es drittens Leute giebt, welche Neigung und Fähigkeit haben, in die Tiefen der Gotteserkenntnis einzudringen, ſo bietet ihnen Gott in der Schrift Manches, was andern geheimnisvoll und verborgen bleibt(1. Petri 1, 12). Da aber viertens die Meiſten geiſtig nicht hochſtehend und unwiſſend ſind, ſo muß auch dieſen etwas geboten werden, damit ſie ſehen, daß auch für ſie geſorgt ſei. (Heſ. 18, 4.)

Einige Stellen reichen alſo gleichſam den Säuglingen Milch, andere den Jünglingen und Männern im Chriſtentum ſtärkere Speiſe, wie denn die Kuh Milch und Fleiſch geben kann. Die Schrift iſt wie das Feuer, welches alle Menſchen zu den gewöhnlichſten Geſchäften des Lebens brauchen, die Chemiker aber z. B. für ihre wiſſenſchaftlichen Zwecke. So giebt es denn verkehrte Menſchen, denen das Eine zu ſchwer, das andere zu leicht ſcheint, die meinen, alles müßte auf ihren Kopf und ihr elendes Ingenium paſſen. Dieſe Tadler erklären für undeutlich, was über ihren Begriff geht, und andres für etwas Gemeines, weil ſie glauben, es an den Schuhen ab⸗ gelaufen zu haben. Es geht ihnen wie den Fledermäuſen, deren ſchlechte Augen weder den rechten Tag, noch die rechte Nacht vertragen können; ſie haben nur Freude an der Dämmerung, da dieſe am beſten für ihre blöden Augen paßt. Gott iſt wie ein kluger Vogelfänger, welcher nach der Natur