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behalten, nachdem von ihrem Antriebgestell für Handbetrieb die Triebräder und Wellen entfernt worden waren. Der Motor wurde auf dem Fussboden befestigt. Die beigegebene Lichtdrucktafel ¹) zeigt beide Maschinen und dahinter rechts den Kurbelrheostaten und das Regulatorbrett für die Dynamo, links die Schalttafel und den Hauptausschalter für den Anschluss an das städtische Strassennetz.
Die Dynamomaschine ist eine Universaldynamo No. 0 der Firma Fraas in Wunsiedel, die sich sowohl als Nebenschlussmaschine wie als Serienmaschine schalten lässt. Im ersteren Falle beträgt ihre normale Leistung 10 Amp. bei 50 Volt, im letzteren 10 Amp. bei 45 Volt. Doch verträgt sie, als Nebenschlussmaschine geschaltet, wie dies bei den meisten Versuchen geschieht, eine vorübergehende UÜberlastung bis zu 12 Amp. und 60 Volt ganz gut. Der rechts in der Abbildung sichtbare Kurbelrheostat, welcher bis zu 13 Ohm einzuschalten gestattet, liegt im Erregerstromkreis der Maschine, wenn diese als Nebenschlussmaschine läuft. Eben dahin ist auch ein Ampeèremeter mit Skala bis 12 Amp. eingeschaltet, welches sich oben auf dem daneben auf- gehängten Regulatorbrette befindet. Die darunter angebrachten Apparate, nämlich ein Voltmeter bis 75 Volt, ein Ampèremeter bis 15 Amp. und ein Stöpselrheostat bis 20 ½ Ohm liegen im Hauptstromkreis der Maschine. Auf der Vorderseite ist der Stromverlauf zwischen diesen Apparaten in verschiedenen Farben aufgezeichnet, da die Verbindungen zwischen ihnen auf der Rückseite vorgenommen sind. In der Abbildung sind jedoch nicht alle Striche zum Vorschein gekommen, da die photographische Platte für zwei der verwandten Farben zu wenig empfindlich ist. Durch vier Schildchen ist ferner der Zweck der Apparate gekennzeichnet. Kurbelrheostat und Regulator- brett mit dessen Apparaten sind ebenfalls von der Firma Fraas bezogen worden. Die 6 Leitungen von beiden zu der Dynamo und dem Experimentiertische sind an der Wand abwärts und unter dem Podium hindurch zu 6 Klemmschrauben an der Seitenwand des Tisches geführt. Davon stehen je zwei durch Drähte mit den Kollektorbürsten und der Magnetwickelung der Dynamo in Verbindung, während mit den beiden übrigen die Leitungsschienen des Tisches verbunden werden können. Daher können die Apparate des Regulatorbrettes und der Kurbelrheostat auch für andere Stromquellen ausser der Dynamo benutzt werden.
Die Dynamomaschine wie auch der Elektromotor können durch Uberzüge aus Ledertuch vor Verstaubung geschützt werden.
Der Anschlugs an das städtische Leitungsnetz ist vom Strassenkabel bis zum Flektrizitäts- zähler von dem städtischen Elektrizitätswerk ausgeführt worden und zwar bis zur Grundstücks- grenze kostenfrei. Die übrigen Teile der Drehstromanlage sind von der Flektrizitäts-Aktien- gesellschaft vorm. Schuckert& Comp. geliefert und installiert.
Das Anschlusskabel ist durch die Aussenmauer des Gebäudes in den Keller und durch dessen Decke unter das Podium des Experimentiertisches geführt. Letztere Stelle ist dadurch dauernd zugänglich gemacht, dass sich ein Teil des Podiums aufklappen lässt. An der Wand hinter dem Experimentiertische tritt das Kabel, wie aus der Abbildung ersichtlich, aus dem Podium hervor; an der Durchführungsstelle ist es durch einen übergeschobenen Eisenrohrstutzen gegen Be- schädigungen geschützt. Die drei Leiter des Kabels haben je 35 qmm Querschnitt und können dauernd mit je 70 Amp. belastet werden, so dass nötigenfalls eine bedeutende Verstärkung der Anlage möglich ist.
¹) Sie wurde nach einer von dem Podium der Schülerplätze von mir aufgenommenen Photographie durch die hiesige Firma Dambacher hergestellt.


