Im vergangenen Frühjahre erhielt ich von Herrn Professor Dr.
Hermann-—Erlangen eine größere Anzahl Syrphiden vom Amur, unter denen ein beträchtlicher Teil neuen, noch nicht beschriebenen Arten aus den Gattungen Spilomyia, Temnostoma, Calliprobola und Mallota angehörte. Da diese Gattungen meist nur wenig bekannt und einzelne Arten wegen der Schwierigkeit der Determinierung selbst in größeren Sammlungen nicht richtig bestimmt sind, so schien es mir rätlich, von einer Veröffent- lichung der neuen Arten zunächst abzusehen, um vorher Material zu einer Revision dieser Gattungen zusammenzubringen. Solche vergleichende Bearbeitungen einzelner Gruppen scheinen mir jetzt die wichtigste Aufgabe der Dipterologie zu sein, nachdem das Auffinden der Literatur durch das Erscheinen des Katalogs der palaearktischen Dipteren ermöglicht ist. Erst wenn auf Grund solcher Arbeiten die Verwandtschaftsverhältnisse aufgeklärt und die konstanten Unterscheidungsmerkmale der Gattungen und Arten genauer festgestellt sind, wird es auch möõglich sein, praktische Tabellen zum Bestimmen auszuarbeiten, wie sie andere Zweige der Entomologie schon längst besitzen.
Bei allen diesen Untersuchungen sind aber zwei Schwierig- keiten zu überwinden. Einmal ist es äußerst mühselig, die Literatur zusammenzubringen, die in mehr als 30 verschiedenen Werken und Zeitschriften zerstreut ist und etwa einem halben Dutzend Sprachen angehört; dann aber muß für jede kritische Untersuchung ein möglichst großes Tiermaterial zusammen- getragen und untersucht werden. Da nämlich die Einzelbe- schreibungen zum Teil sehr unvollständig sind und häufig an— gefertigt wurden, ohne daß die Autoren die verwandten Arten zum Vergleich heranziehen konnten, sind die charakteristischen Unterscheidungsmerkmale oft ganz übersehen oder viel zu wenig hervorgehoben worden. Eine scharfe Trennung der Arten ist infolgedessen mit Hilfe der vorhandenen Beschreibungen allein ganz unmöglich. Nur wenn man in der Lage ist, alle oder
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