Arten nicht immer gleiche Bedeutung haben. Beſonders der Name„Tanne“. Hier in Frankfurt bezeichnet man mit dieſem die Kiefer(Pinus silvestris); ebenſo, wie ich glaube, in der Mark Brandenburg; dagegen im Schwarzwalde die Weiß⸗ tanne oder Edeltanne(Pinus picea L., Abies pectinata D. C.), in der Gegend von Göttingen die Fichte(P. Abies L.). „Föhre“ iſt wohl überall Pinus silvestris,„Fichte“ meiſt Pinus Abies L.(Abies excelsa D. C.). Selbſt in botaniſchen Büchern herrſcht dieſe Verwirrung. Pinus silvestris L. heißt bei Lenz Kiefer, Fichte, Föhre, bei Kittel gemeine Tanne, Kiefer, Föhre, Förge, bei Hochſtetter Wald⸗Fichte, Forche, Kiefer; Pinus Abies L. bei Lenz Rothtanne, Fichte, bei Kittel Rothtanne, Schwarztanne, gemeine Fichte, bei Hoch⸗ ſtetter Roth⸗Fichte, Pech⸗Tanne; Pinus picea L. bei Lenz Weißtanne, Edeltanne, Tanne, bei Kittel Edeltanne, Weiß⸗ tanne, bei Hochſtetter Edelfichte, Weißtanne.
Wenn nun im Folgenden Beiſpiele gegeben werden, ſo iſt damit natürlich nicht gemeint, daß im Unterrichte alle dieſe angeführt werden ſollen; ich wollte nur zeigen, wie reich hier die Auswahl iſt und wie vielerlei Beziehungen dieſe Pflanzengruppe der Dichtung geboten hat.
Noch will ich bemerken, daß ich die in den Ausgaben ſehr verſchiedenartige Schreibung einiger dieſer Namen nicht immer ſo, wie ich ſie da gefunden, beibehalten habe; ebenſo andere orthographiſche Eigenthümlichkeiten.
Die Tanne.
Mancher Dichter hat bei dieſem Namen offenbar an die Kiefer, mancher an die Weißtanne oder an die Rothtanne (Fichte) gedacht; mancher würde auf die Frage, welche Art der Nadelbäume er gemeint habe, keine beſtimmte Antwort geben können.


