Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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Natur und Dichtung in der Schule.

Von Concentration des Unterrichts wird ſeit einigen Jahren in der pädagogiſchen Welt viel geſprochen. Es ſoll entweder bei einem Unterrichtsgegenſtande faſt Alles, was die Schule bietet, behandelt werden, z. B. beim Leſeunterrichte Geographie, Geſchichte, Naturgeſchichte; oder es ſollen ſich um einen Gegenſtand, der ſo recht im Mittelpunkte ſtehe Religion, oder Sprache, oder Mathematik, die übrigen gleichſam anlegen. Man will dadurch der Zerſplitterung des Intereſſes und der Kraft, der Verbreiterung, welche die Ver⸗ tiefung beeinträchtige, entgegenarbeiten. Das Streben iſt gerechtfertigt; aber die Ausführung iſt doch nur in ſolchen Schulen einigermaßen möglich, die ſich auf das geringſte Maß beſchränken müſſen, oder in ſolchen, die auf eine beſtimmte Berufsart vorbereiten wollen. Beide Schulgat⸗ tungen liegen uns hier zu ferne. In den Schulen, die uns angehen, wird, man mag gegen das Vielerlei noch ſo gute Gründe geltend machen, doch dieſes Vielerlei immer auf dem Stundenplane bleiben; und auch der Bemühung, von einem Fache, das im Centrum ſtehe, die übrigen gleichſam abhängig zu machen, wird ſich manches derſelben nicht fügen wollen, z. B. in Gymnaſien die Mathematik, in Schulen mit vor⸗ herrſchend mathematiſcher Grundlage die Geſchichte. Es ſcheint mir dieſes Vielerlei doch auch in den Jahren, wo ſich der

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