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„der Zulaſſung ſolcher Primaner zur Maturitätsprüfung, welche ein Gymn. willkürlich, um einer „Schulſtrafe zu entgehen oder aus anderen ungerechtfertigten Gründen verlaſſen haben. Dagegen iſt die Anrechnung des betreff. Semeſters mit Genehmigung des betreff. Kgl. Prov.⸗Schulcollegiums „dann geſtattet, wenn der Abgang von dem Gymnaſium durch Veränderung des Wohnorts der „Eltern oder Pflegeeltern, oder durch andere Verhältniſſe, welche den Verdacht eines willkürlichen, un- „gerechtfertigten Wechſels der Schulanſtalt ausſchließen, veranlaßt worden iſt.“
Durch Verfügung des Kgl. Prov.⸗Schulcollegiums vom 26. Januar wurde eine neue Ferien⸗ ordnung eingeführt. Danach wird die Geſammtdauer der Ferien jährlich nicht mehr als 10 Wochen betragen, von welchen 2 nach dem Ende des Winterſemeſters zu Oſtern, eben ſo viele zu Weih⸗ nachten eintreten, die übrigen 6 Wochen je nach den Bedürfniſſen oder Wünſchen der einzelnen An⸗ ſtalten während des Sommers und Herbſtes vertheilt werden.
Die ſchriftliche Maturitätsprüfung wurde vom 23. Februar bis zum 1. März gehalten; die mündliche unter Vorſitz des Herrn Landraths Kröger am 29. März.
Das Geburtsfeſt Seiner Majeſtät des Königs wurde von dem Gymnaſium feierlich begangen. Die Feſtrede hielt der Director.
Während des Schuljahres wurden außerordentliche Unterſtützungen zu Theil dem Pfr. Meu⸗ rer, Dr. Stacke und BL. Birkenſtamm.
Außerdem erhielt eine perſönliche Zulage vom 1. Januar 1869 an Pfr. Meurer im jähr⸗ lichen Betrage von 50 Thlr., Dr. Stacke von 100 Thlr.
Die Bibliotheken wurden durch neue Anſchaffungen vermehrt. Als Geſchenke gingen für dieſelben ein: 1) von der preußiſchen Hauptbibelgeſellſchaft: W. Thilos Geſch. der preuß. Hauptbibel⸗ geſellſchaft, Berlin 1864;— 2) von dem Comité zur Errichtung eines Mercator⸗Denkmals in Duisburg: Gerhard Kremer, genannt Mercator, von Dr. Breuſing;— 3) von Herrn Buchdruͤckerei⸗ beſitzer Böſendahl sen. dahier: C. F. Hempel, Sitten, Gebräuche und Mundart der altenburgiſchen Bauern. Altenburg 1839. Den gütigen Gebern ſage ich hiermit den gebührenden Dank.
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IV. Statiſtiſche Ueberſicht.
Am Schluſſe des Schuljahres gehören dem Gymnaſium als Lehrer an: Director und erſter Lehrer Dr. Heinrich Rieß; 4 Oberlehrer: Prorector Dr. Heinrich Feußner, Pfr. Wilh. Hermann Meurer, Dr. Jul. Hartmann, Dr. Lud. Chriſtian Stacke; 3 Gymna⸗ ſiallehrer: Joh. Auguſt Kutſch, Dr. Hugo Ferd. Suchier, Dr. Karl Krauſe; ein beauf⸗ tragter Lehrer: Daniel Birkenſtamm, und ein Geſanglehrer: Cantor Joh. Chriſtian Kapmeier.
Im Anfang des Schuljahres zählte die Anſtalt(mit Einſchluß von 22 neu aufgenommenen) 110 Schüler, von denen 16 der Quinta, 31 der Quarta, 36 der Tertia, 15 der Secunda und 12 der Prima angehörten. Zu Michaelis traten noch 3 hinzu, von denen 1 in Secunda, 2 in Quinta ihren Platz erhielten. Vor dem 15. März gingen ab 10 Schüler, darunter 2 aus Prima, 3 aus Secunda, 3 aus Tertia, 2 aus Quarta. Zwei von dieſen, ein Primaner und ein Tertianer, wurden aus der Anſtalt ausgeſchloſſen. Am 15. März betrug hiernach die Schülerzahl 103.


