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Im Jahre 1846 erfuhr das Lokal der Realſchule dank der Sorge des Grafen von Erbach⸗Fürſtenau eine bedeutende Erweiterung. Die Anſtalt beſaß nun„im unteren Stock ihres Lokals vier Schulzimmer, worunter ein Saal für den Zeichen⸗ und Geſangunterricht, desgleichen zwei weitere Zimmer zum Aufbewahren der Zeichenapparate der Realſchüler und der Zöglinge der mit der Realſchule in Verbindung ſtehenden Handwerkszeichenſchule, ferner im oberen Stock ein Zimmer für den Direktor und vier weitere Zimmer zur Aufbewahrung der Schulbibliothek, der phyſikaliſchen u. chemiſchen Apparate, der naturwiſſenſchaftlichen Sammlungen uſw.“ So konnte die Realſchule hinſichtlich ihres Lokales„vollkommen befriedigt“ ſein.
Auf dem Aktus 1847 hielt der Direktor Dr. Steinberger eine bedeutſame Rede über„die Idee der Realſchule, ver⸗ glichen mit ihren bisherigen Leiſtungen für das Leben.“ Dieſe Rede iſt eine Art Rechenſchaftsbericht über die bisherige Tätigkeit der Schule. Der Direktor will zunächſt prüfen,„ob unſere Schule nach Plan und Organiſation den Anforder⸗ ungen, die das Leben an ſie ſtellt, entſpricht“, dann aber möchte er auch„einen Nachweis geben, wie ſie bisher von dem Leben benutzt worden iſt.“ Um über die„Idee und Tendenz“ der Realſchule Klarheit zu ſchaffen, geht er aus von der„Stellung der Realſchule in dem Organismus der Schulanſtalten überhaupt“ und ſtellt feſt, daß alle Schulen „nicht bloß Unterrichts⸗, ſondern auch Erziehungsanſtalten“ ſind. Andererſeits aber ſind ſie auch„Vorbereitungen für das künftige Berufsleben.“ Da nun die Berufsarten im Leben ſehr verſchieden ſind, kann auch in der Welt der Schule eine gewiſſe Scheidung und Trennung nicht umgangen werden. Es iſt zwar nicht möglich, für jede Berufsart eine eigene Schule zu haben,„doch eine Trennung der Schulen nach wenigſtens drei Kategorien möchte das Geringſte ſein, das ſich von einer vernünftigen Pädagogik fordern läßt.“ Nach den Berufsarten, für welche ſie vorzubilden haben, werden alſo drei Schularten unterſchieden: Volksſchulen, Gymnaſien und Realſchulen. Die Volksſchulen ſind für alle„kleineren bäuer⸗ lichen Eigentümer, Arbeiter in Fabriken und Manufakturen, Handwerker, die zwar einer eigentümlichen Geſchikliihkeit, doch nicht eigentlich der Kunſt bedürfen“, beſtimmt.„Die Volksſchule beabſichtigt, ihren Schülern eine in ſich abge⸗ ſchloſſene, eine ganze und tüchtige und für die Lebenskreiſe, denen ſie dient, ausreichende Bildung zu geben.“ Ihre Lehr⸗ gegenſtände ſind die einfachſten, und ſie vermittelt eine Bil⸗


