Aufsatz 
Rückblick auf die Geschichte der Lateinschule und des Gymnasiums zu Laubach in Hessen : Festschrift zum 25jährigen Jubiläum des Gymnasiums Fridericianum ; mit 6 Beilagen und 4 Abbildungen / Von Dr. August Röschen
Entstehung
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(in der Woche nach Bartholomaei) abgehalten wurden, und zwar mit grosser Feierlichkeit.

Als Inspektoren und Vorsitzende fungierten die beiden Stadt- geistlichen, der Superintendent und der Diaconus, als Examinatoren ausser den beiden Lehrern an der Lateinschule, dem Ober- und dem Unterschulmeister, die Pfarrer zu Wetterfeld, Gonterskirchen, Freienseen. Die Zensoren und Zuschauer bildeten Glieder des gräf- lichen Hauses, gräfliche Beamte, sowie der Schultheiss und der Bürgermeister der Stadt(senatus et respublica laubacensis). Von Seiten des Grafen wurde ein Gulden gestiftet, wovon Prämien unter die Schüler ausgeteilt wurden. Nach Rang und Vermögen stifteten dann noch die anderen Zuschauer. Bei der Frühjahrsprüfung 1579 stiftete der gräfliche Sekretür Terhell einen Schreckenberger, der Schultheiss(praetor) Johannes Preuss einen Turnus, der Pfarrer von Freienscen, Martinus Fortunatus, ebenfalls einen Turnus, der Ober-Schulmeister Embden drei Albus. Beim Frühjahrsexamen 1598 beliefen sich die Prämien auf 4 ½ fl. 7 Pf. Drei verschiedene Zensur-Noten wurden gegeben: A= gut, B= mittelmässig, C= übel. Eingeleitet und geschlossen wurde das Examen durch Reden des ersten Stadtgeistlichen. Diese Reden knüpften an Bibelstellen an und enthielten Ermahnungen der Jugend zu Frömmigkeit und Fleiss. Die Schlussrede des Geistlichen war gefolgt von einer Dank- sagung(gratiarum actio), worin ein Schüler der ersten Klasse in poetischer Form den Gefühlen seines Dankes Jesus Christus, dem Grafen, den Geistlichen und Lehrern gegenüber Ausdruck verlieh. Die drei auswärtigen Geistlichen(von Wetterfeld, Gonterskirchen, Freienseen), nebst dem Unter-Schulmeister und den beiden Mitgliedern des Gemeinderates erhieltensolang das examen wehret, notturftige malzeiten und jedesmal ir jeder ein halb maß wein auf Kosten der Stadt.

So sehen wir, wie die Schule gegen das Ende des 16. Jahr- hunderts einen unverkennbaren bedeutenden Aufschwung nimmt. Noch im ersten Jahrzehnt des folgenden Jahrhunderts, unter dem Grafen Albrecht Otto I(2. März 1610 vor Bredenbend gefallen) lässt sich der blühende Zustand der Lehranstalt feststellen. Im zweiten Jahrzehnt aber brachen schwere Zeiten über Laubach herein. Wiederholt fanden schlimme Verheerungen durch die Pest statt, so besonders in den Jahren 1611 und 1613 ¹). Im Jahre 1613 starb

¹) Vgl. Wetterfelder Chronik. Hggbn. von Friedrich Grafen zu Solms- Laubach und W. Matthäi, Giessen 1882.

Pest und dreissig- jähriger Krieg.

Rückgang der Lateinschule.