Aufsatz 
Rückblick auf die Geschichte der Lateinschule und des Gymnasiums zu Laubach in Hessen : Festschrift zum 25jährigen Jubiläum des Gymnasiums Fridericianum ; mit 6 Beilagen und 4 Abbildungen / Von Dr. August Röschen
Entstehung
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Schullokal und Dotierung der Lehrerstellen.

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er seine Eltern frühe verlor(den Vater 1522, die Mutter 1525), so wurde er von seinem Grossvater Philipp erzogen. Durch den Erwerb der Herrschaft Sonnenwalde, die Graf Philipp 1537 von den Herren von Minckwitz gekauft hatte, kam Friedrich Magnus in nähere Be ziehungen zum sächsischen Hofe und zur Universität Wittenberg. Vom Kurfürsten August von Sachsen wurde er zum obersten Hof- marschall ernannt. Der Hochschule gegenüber bewies er in dieser Stellung eine grosse Freigiebigkeit und ein warmes Interesse; ins besondere trat er Philipp Melanchthon näher. So wurde Friedrich Magnus für die neue Lehre gewonnen. Schon im Jahre 1544 führte er unter Beihilfe des Pastors Glaumius die Reformation im Amte Laubach ein. Von der Universität Wittenberg wurden Geistliche und Lehrer auf Empfehlung Philipp Melanchthons nach Laubach berufen. ¹) Wie Friedrich Magnus das äussere Ansehen der neuen Residenz durch stattliche Bauten²) zu heben verstand, so war er auch auf Pflege der geistigen und religiösen Bildung des Volkes bedacht. Diesen Be- strebungen verdankte die Stadt Laubach die Gründung der Latein- schule, die am 7. Mai 1555 eröffnet wurde. In den beiden ersten Jahrzehnten wirkte ein einziger Lehrer an der Anstalt. Als erster Lchrer wird genannt Sebastian Candidus(Weiss), aus Wittenberg. Diesem folgte Jacobus Gallus(Hahn) aus Kirchgöns bei Butzbach. Schon sechs Jahre nach der Gründung der Lateinschule(13. Januar 1561) starb Friedrich Magnus, erst vierzig Jahre alt, doch wurde sein Werk von seinen Söhnen Hans Georg und Otto eifrig fortgesetzt. Am 28. April 1561 beriefen sie als Nachfolger des oben genannten Jacobus Gallus wieder einen Wittenberger namens Johannes Albinus (Weiss). Als Schullokal wurde am 12. Januar 1566 die frühere St. Michaelskapelle für diesen Lehrer eingerichtet. Diese Kapelle stand am alten Kirchhofe, südöstlich von der Kirche, da wo heute das Schulhaus steht(zwischen dem Schlosse und dem Linde-Platze). Sie war aus dem altenKerner, dem Beinhauses), um das Jahr 1400

¹) Ausser in Laubach bemerken wir den Einfluss Melanchthons auf das höhere Schulwesen und die Berufung von Lehrern noch in einer anderen Stadt. der Wetterau, nämlich in der Reichsstadt Friedberg, deren Rat ebenfalls Schüler des berühmten Pädagogen berief(Windhaus, Geschichte der Lateinschule zu Friedberg, S. 19 ff.)

²) Er baute das Schloss zu Laubach in seinem Hauptteile aus; ebenso vollendete er die vom Grafen Kuno 1475 begonnene Stadtbefestigung. 1559 erbaute er die gewaltige(1866 1867 abgetragene)Oberpforte.

²) Urkundlich begegnen wir wiederholt der Angabe:St. Michels Altar im Kerner zu Laubach. In der Kirche zu Laubach bofanden sich vier Altäre (St. Mariae, St. Nicolai, St. Sebastiani, St. Catharinae).