ſeiner Unterlagen.... weiter durch die faſt unglaubliche Schnelligkeit des Arbeitens, ohne die er ſein Tagespenſum und ſein Lebenswerk nie hätte leiſten können.“*) Hier liegt alſo nachweislich ein offenbarer Irrtum des Königs vor, denn zum„soulagement“ der Stadt hat er, wie ich aus den Akten nachgewieſen habe, beſtimmt nur 100 000 Rtlr. gegeben. Wie ſchlecht das Gedächtnis des Königs war, das geht, um bei Landeshuter Angelegenheiten zu bleiben, daraus hervor, daß er 1781 bei ſeiner Durchreiſe nicht mehr wußte, daß er die neuen Häuſer am Markte gebaut hatte, er freute ſich' da⸗ rüber und ermunterte die Stadt mit dem Bauen zu„kon⸗ tinuiren“, gleich als ob ſie ſie hätte erbauen laſſen.“*) Und wie er ſich in ſeiner Angabe bez. der Unterſtützung Striegaus geirrt hat— die Stadt hat nur 30 000 Rtlr. erhalten“**)— ſo auch bei Landeshut. Daß er der Stadt mehr als 100 000 Rtlr.— im ganzen, einſchließlich der Baugelder— gegeben hat, mochte ihm vielleicht noch vorſchweben, eine auf Heller und Pfennig genaue Angabe aber konnte ihm bei dem Zweck ſeiner Memoiren gleichgiltig ſein, und ſo ſetzte er ein⸗ fach eine runde Summe.
Wem alſo nicht auf den erſten Blick die pure Albernheit einer Erzählung einleuchtet, in der eine ganze Kommune einer andern ohne jede Sicherung eine Summe von 90 000 Rtlr. leiht, wie ein Freund dem andern etwa ein Zehnmark⸗ ſtück, und dann im Falle„mangelnder Rückzahlung“ nichts unternimmt, der dürfte wohl durch obige Ausführungen ge⸗ nügend von der Unmöglichkeit der ganzen Sache überzeugt ſein. Somit bleibt nur noch die Frage übrig, wie Perſchke zu ſeiner Angabe gekommen iſt. Ich für mein Teil bin feſt davon überzeugt, daß wir es hier mit einer Anekdotenbildung zu tun haben. Der ganze Ton, in dem die Geſchichte, wie gleich gezeigt werden ſoll, auch anderwärts erzählt wird, die biſſig⸗trocnne Art der Abfertigung, die ſo ganz mit vielen in andern Anekdoten vorkommenden Antworten des Königs übereinzuſtimmen ſcheint, beſtärken dieſe Überzeugung. Und
*) Koſer II 625. **) M. R. III 24 a vol. III, Bl. 80 ff. ***) Filla, Geſchichte von Striegau, S. 275, und ihm folgend Grünhagen.
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