ſätze in ſeinem Charakter, die ſelbſtherriſche Art ſeines Weſens, die Fehler ſeiner Wirtſchaftspolitik, die eine weiter entwickelte Staatskunſt als die des achtzehnten Jahrhunderts ihm heute leichtlich mag nachrechnen können,— wie unendlich weit bleibt das alles in der rückſchauenden Betrachtung zurück gegenüber der ungeheueren ſittlichen Energie eines Willens, der ſich trotz aller Menſchenverachtung und alles Peſſimismus einzig und allein in den Dienſt deſſen ſtellte, was er als ſeine Pflicht erkannt hatte,„die Menſchen glücklich zu machen, ſoweit es die menſchliche Natur zuläßt, und die ſchwachen Kräfte, die ich dazu aufwenden kann, es erlauben.“ So iſt er durch die Weltgeſchichte geſchritten als einer der wenigen ganz Gro⸗ ßen, die Welt ſich formend nach ſeinem Bilde wie jeder große Meiſter, nur ein Ziel unverrückbar im Auge bis zum letzten Hauch ſeines Lebens, das Heil ſeines Staates. Von ſeinem Sterbeſeſſel, in welchem er noch wenige Tage vor ſei⸗ nem Tode geſonnen hat,„etwas Nützliches für die Provinz Pommern ausfindig zu machen, wofür man im nächſten Jahre etwas Geld aufwenden könnte“,“*) hat er auch ſeiner getreuen Stadt Landeshut ſeine letzten Grüße geſandt. Als am 17. Auguſt 1786 Oberſt von Prittwitz ſie dem verſammelten Magiſtrat überbrachte,“*) da hatten ſich bereits die leuch⸗ tenden blauen Königsaugen, die nahezu ein halbes Jahr⸗ hundert unermüdlich über dem Wohl ſeines Landes und Volkes gewacht hatten, zur ewigen Ruhe geſchloſſen.—
Mögen wir ſie ihm von Herzen gönnen. Wenn er auch ſchon längſt dahingegangen iſt in„das Land der leeren Träume“, in das all ſeine Getreuen ihm ſchon als„Quar⸗ tiermacher“ vorausgeeilt waren, ſo lebt er doch in unſerem Gedächtnis ein unvergängliches Leben als eine wahrhafte Ver⸗ körperung des kategoriſchen Imperativs, groß im Kampfe gegen eine Welt in Waffen, größer noch vielleicht in ſeinem von wahrhaft beſtem Wollen beſeelten Friedenswerke, uns Schleſiern, inſonderheit ſeiner getreuen Stadt Landeshut unvergeßlich⸗teuer,
Friedrich der Große, der Einzige.
*) Koſer II 642. *) Kirchengeſchichte von Landeshut, S. 65. Grünhagen II S. 420.
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