Oberregierungsrat Dr. Matthias aus dem Unterrichts⸗ miniſterium ſtatt. Daneben wurden noch wiederholt der evangeliſche und katholiſche Religionsunterricht durch die be⸗ treffenden Herren kirchlichen Dezernenten, der Zeichenunter⸗ richt im Auftrage des Herrn Miniſters und einzelne Zweige des Geſamt⸗Unterrichts revidiert.
So anerkennende Urteile über den allgemeinen Stand⸗ punkt unſerer Schule bei dieſen Gelegenheiten abgegeben wur⸗ den, ſo war es uns doch nicht möglich, die Frequenz derſelben zu heben. Unſere geographiſche Lage abſeits vom großen Verkehr, die Nähe der öſterreichiſchen Grenze, die Armut der Bevölkerung zwiſchen der Stadt Landeshut und dieſer Grenze, ſowie die große Zahl der uns vorgelagerten höheren Schulen nach dem Inneren der Provinz zu laſſen unſere Beſuchsziffer im allgemeinen ſich nicht über 120—130 erheben. Zweimal bemühten ſich deshalb die ſtädtiſchen Behörden, den Staat zu bewegen, das hieſige ſtädtiſche Realgymnaſium zu einer Königlichen Anſtalt zu machen, beide Male mit negativem Erfolge. Der erſte Verſuch begann im Jahre 1889. Die mehrere Jahre geführten Verhandlungen wurden recht hoff⸗ nungsvoll aufgenommen und fanden, dank dem überaus freundlichen und kräftigen Eintreten Sr. Exzellenz, des damali⸗ gen Herrn Oberpräſidenten, ſpäteren Reichstags⸗Präſidenten Grafen Udo zu Stolberg⸗Wernigerode, bei den hohen Staats⸗ behörden entſchiedenes Wohlwollen. Bereits am 28. Mai 1890 wurde ſeitens der ſtädtiſchen Behörden der Vertrags⸗ entwurf des Königlichen Provinzial⸗Schul⸗Kollegiums ange⸗ nommen und nach Bejahung mehrerer Rückfragen aus dem Miniſterium am 23. Oktober 1890 unterſchrieben. Der im Januar 1891 dem Abgeordnetenhauſe vorgelegte neue Staats⸗ haushalt tat aber des Landeshuter Realgymnaſiums keine Erwähnung, und eine Verfügung des Königlichen Provinzial⸗ Schul⸗Kollegiums vom Anfang Februar 1891 meldete dem hieſigen Magiſtrate, daß die Verhandlungen nebſt ihren Un⸗ terlagen zu ſpät im Miniſterium eingelaufen wären, als daß ſie für den Etat 1891/92 noch hätten geprüft bezw. berück⸗ ſichtigt werden können. Was für weitere Verhandlungen noch gepflogen worden ſind, weiß ich nicht. Mir iſt nur bekannt geworden, daß ſeitens des Staates noch eine Er⸗
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