Aufsatz 
Festschrift des Großherzogl. Gymnasiums in Karlsruhe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im September 1906
Entstehung
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als ein aus freier Neigung quellender Entschluß, der dem herrlichen Vorbild unseres Schillers folgt, und wie er alles Gemeine hinter sich liegen läßt. Gefehlt hat es in den Stunden, die uns bisher zusammenführten, keineswegs an Beweisen dafür, daß in einer nicht ganz geringen Zahl von Ihnen der gute Geist erwacht ist, der solche Gesinnung erzeugt. Jetzt winkt Ihnen allen eine größere äußere Freiheit, als die geschlossene Ordnung der Schule gewähren durfte. Aber längst haben Sie empfinden müssen, daß es auch bei Ihren Lehrern herzliche Liebe und freie Neigung war, die sie in ihrem Amte beseelte. Sorgen nun auch Sie, den Wunsch Posas zu erfüllen, wenn er dem Freunde sagen läßt, daß er für die Träume seiner Jugend

Soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird, Nicht öffnen soll dem tötenden Insekte Gerühmter besserer Vernunft das Herz

Der zarten Götterblume daß er nicht

Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit Begeisterung, die Himmelstochter, lästert.

Und wenn Sie jetzt singen möchten: Hinaus Kameraden, ins Feld, ins Feld, hinaus in die Freiheit gezogen, so fügen Sie doch auch die Worte hinzu, mit denen damals unser Chor und auch im Großherzoglichen Schloß die Schillerfeier endete:

Und setzet ihr nicht das Leben ein, Nie wird euch das Leben gewonnen sein.

Das gilt nicht nur in Zeiten des Kriegs. Daß Ihnen allen aber ein reich gesegnetes Leben erblühe, das ist der herzliche Wunsch, mit dem wir Lehrer Sie heute scheiden lassen.