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Mären“ über den Eichbaum tragen, mag für Thibaut das ge⸗ ſpenſtige Weib, welches er im Zwielicht„ſpäter Dämmerung“ erblickte, über jeden Zweifel hinausliegen: weder das eine noch das andere beſitzt die Bedeutung einer objectiven Thatſache, wie ſie in dem Gnadenbilde, worauf Raimond hinweiſt, jedermann vor Augen ſteht. Was ſodann den Segen betrifft, welcher Jo⸗ hannas Schaffen begleitet, ſo unterliegt es keiner Frage, daß Rai⸗ mond nicht minder berechtigt iſt, darin den göttlichen Lohn der Frömmigkeit zu ſehen, als Thibaut den Teufel dahinter zu wittern. Zugegeben ferner, daß das nächtliche Verlaßen des Hauſes etwas ſonderbares hat, womit will Thibaut beweiſen, daß Johanna „geheime Zwieſprache mit der Luft des Berges pflegt“? Schon weil ſie geheim, entzieht ſie ſich ſo beſtimmter Deutung. Vol⸗ lends das Bereiten der Tränke, das Graben von Wurzeln und das Schreiben der Zeichen in den Sand, wovor Thibaut ſchließ⸗ lich warnt, wo liegt dafür irgend eine Spur des Beweiſes? Alle dieſe Einſeitigkeiten, welche der feindenkende und ſcharfmerkende Zuſchauer herausfindet, machen es in gewiſſem Grade wahrſchein⸗ lich, daß Thibaut bei allen Vorzügen des Geiſtes und Herzens ein vorwiegend ſubjectiver, ſtark auf die Phantaſie geſtellter Mann iſt, der, wie die Alten ſeines Dorfes, in religiöſen Dingen einer finſteren Anſchauung huldigt.
Demgemäß iſt man im Zweifel geneigt, nicht ſowohl Thi⸗ bauts als Raimonds Urtheil beizutreten; indeſſen das rechte Licht fehlt vorläufig noch, und mit wahrer Ungeduld harrt der Zuhörer darum auf die erſten Reden oder Thaten der Jungfrau. Um ſo erwartungsvoller ſieht er denſelben entgegen, als die Wichtigkeit der ſtreitigen Sache ſein Intereſſe an der Perſon in hohem Maße gemehrt und außerdem eine Ahnung ihn überkommen hat, welche ebenſo der Perſon wie der Sache eine ganz ungemeine Bedeutung verleiht. Jener ſeltſame Traum nämlich, welcher Thibaut mit


