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erkrankten und spæter verstorbenen Gymnasiallehrers Vollmar übernommen hatte, wurde er schon vor Ablauf eines Jahres auf den Antrag des Directors bei hiesigem Gymnasium deſinitiv angestellt.
Wegen unheilbarer Erkrankung des Gymnasiallehrers Neuhof wurde unterm 6 Junius Dr. Ifupfeld zu Marburg mit der einstweiligen Versehung einer Lehrstelle bei hiesigem Gymnasium beauftragt. Bald nachher am 9 Julius erfolgte das Ableben des Gymnasiallehrers Heinrich MNeuhof, geboren den 16 September 1304, gebildet auf dem Gymnasium zu Hanau und auf der Universitæt zu Marburg. Im November 1329 wurde er als zweiter Pfarrer an der evangelischen Gemeinde und als Hlilfslehrer an dem Gymnasium zu Fulda angestellt, unterm 4 September 1335 aber zum ordentlichen Lehrer des Gymiasiums ernannt. Pünktlichkeit und Gewissenhaftigkeit, Treue und Frömmigkeit waren treffliche Eigenschaften, wodurch sich der Verewigte die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten, die Liebe seiner Collegen und die Achtung seiner Schüler zu sichern wuste. Re-
uiescat in pace.
Am 20 August wurde die Feier des Geburtstages SElNER HOHHEIT des durchlauchtigsten Rurprinzen und Mitregenten von dem Gymnasium im Prüfungssal begangen. Der Director, wel- cher durch ein Programm dazu eingeladen hatte, hielt einen Vörtrag über die Faterlandsliebe und richtete eindringliche der Bedeutung dieses vaterländischen Festes angemessene Ermunterungen an die versammelte Jugend, um in ihren IIerzen treue Anhänglichkeit an den rechtmæfsigen Landes- fürsten und an die gesetzliche Ordnung frühzeitig zu begründen und zu beleben.
Seine IIoheit der Rurprinz und Mitregent haben unterm 50 August den Gymnasiallehrer Dr. Sehmitz an das Gymnasium zu Rinteln, dagegen den Hilſslebrer Dingelstedt zu Cassel an das hie- sige Gymnasium gnædigst zu versetzen geruht. Franz Dingelstedt, geboren am 50 Junius 1314, besuchte von 1322 bis 1331 das Gymnasium zu Rinteln, studirte bis Ende 1854 zu Marburg Theologie und Philologie, und wurde nach bestandener theologischer Prüfung Lehrer an dem Eng- lischen Erzichungsinstitut zu Ricklingen bei Hannover, bis ihn um Pfingsten 1356 Rurf. Ministe- rium des Innern an dem Gymnasium zu Cassel vornehmlich mit dem Unterricht in den neueren Sprachen beauftragte. Im Herbst 1337 bestand er vor der Schulcommission für Gymnasial-Ange- legenheiten zu Cassel die praktische Prüfung für ein Gymnasial-Lehramt, und ward durch hœchstes Rescript vom 27 November 1357 zum Hilfslehrer an dem Gymnasinm zu Cassel provisorisch be- stellt. Seine hiesige Wirksamkeit zeugt in eben dem Maſse von didaktischer und pædagogischer Tüchtigkeit als von Lauterkeit der Gesinnung und Aufrichtigkeit des Handelus, wodurch er die auf geistige und sittlich religiœse Veredlung der Schüler gerichtete harmonische Wirksamkeit des Directors und Lehrercollegiums eifrig zu fördern vermochte. Dieses Bestreben fand auch bald hœheren und hœchsten Orts gebührende Anerkennung, so dafs er auf den desfallsigen Antrag des Directors bereits unterm 9 Jannar 1359 zum ordentlichen Lehrer des Gymnasiums gnædigst ernannt wurde.
Am 17. 18. 19 September hatte die Privatprüfung und Censur in Verbindung mit Vortrægen und Gesängen der Schüler statt.
Vom 17 Oetober bis 12 November war der Director als Mitglied der Schulcommission für Gymnasial-Angelegenheiten hœherem Auftrage zufolge in Marburg abwesend.
Durch hœchste Rescripte vom 10& 11 Januar 1339 wurden die Candidaten des Gymnasial- Lehramtes Dr. Iupfeld und Gies zu Hlilfslehrern an dem hiesigen Gymnasium provisorisch guædigst be- stellt. Über die Lebensverhältnisse dieser beiden nen ernannten Lehrer theilen wir folgendes mit.
Wilhelm IHupfeld, Sohn des verstorbenen Metropolitans Hupfeld zu Spangenberg, wurde am 4 Julius 1314 zu Melsungen geboren. Nachdem er eine Zeitlang das Institut des Pfarrers Dr Bang zu Gofsfelden, sodann 1 Jahr das Pædagogium zu Marburg besucht hatte, bildete er sich autodidaktisch weiter fort, bis er zu Ostern 1352 die Universitæt zu Marburg bezog. Hier widmete


