Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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hatte Plinius bei der Behandlung des Akk. Plur. der Compara- tive(129,31) die Ansicht des Stilo erwähnt und dann sogleich dessen Lehre über die Partizipien auf-ns berücksichtigt; 130, 4 kehrt er zu den Komparativen zurück.

Man wird vielleicht fragen, welchen Wert denn am Ende die Feststellung solcher Einzelheiten habe, zumal da die Zahl der sicheren Ergebnisse so gering sei und schwerlich bedeutend vermehrt werden könne. Darauf erwidere ich, daß in einem größeren Zusammenhang diese Untersuchungen allerdings recht wertvoll werden. Denn je deutlicher wir die ursprüngliche Gestalt des Plinianischen Werkes auch in den Einzelzügen wiederherzustellen vermögen, um so augenfälliger wird der Gegensatz zu der Grammatik des Remmius Palaemon. Und dieser, ich möchte sagen handgreifliche Unterschied in der äußeren Gestalt wird vielleicht manchen die Augen öffnen, die bisher zwischen einer ars grammatica und einem Buch im Stil der lbri dubii sermonis eine wesentliche Verschiedenheit nicht zu entdecken vermochten. Aber auch unmittelbar bringen uns diese Untersuchungen den Charakter des Plinianischen Werkes und seine Bedeutung, die relative, wie die absolute, deutlicher vor Augen. Denn wenn es bei litterarischen Arbeiten überall gestattet ist, aus der äußeren Anordnung auf die Be- herrschung des Gegenstandes zu schließen, so dürfen wir gewiß bei einem Buche grammatischen Inhalts aus der Disposition die Durchdringung und Verarbeitung des Stoffs ermessen. So be- trachtet, hilft also die Wiederherstellung der ursprünglichen Anordnung auch nur éines Buches dés Plinianischen Werkes die Lösung einer Frage vorbereiten, die für unsere Auffassung von der Entwicklung der römischen Nationalgrammatik einmal von allergrößter Bedeutung sein wird; diese Frage lautet: hat Palaemon den Plinius benutzt oder läßt sich das umgekehrte Verhältnis erweisen?