III. Shronik der Hüöheren Bürger⸗ ſchule uon 1889— 1908.
1889— 1896.
Am 9. Mai 1889 begann der Unterricht in der neu er⸗ richteten erweiterten Volksſchule zu Dieburg, der das biſchöfliche Konvikt ſeine Räumlichkeiten im Erdgeſchoß zur Verfügung geſtellt hatte, mit 68 Schülern; hiervon entfielen auf die oberſte Klaſſe 40, auf die unterſte(Vorſchule) 28. Dirigent und erſter Lehrer war Herr Dr. Johann Baptiſt Seidenberger, ſeither proviſoriſcher Lehrer an der Realſchule zu Groß⸗Umſtadt. Als zweiter Lehrer wirkte Herr Schulverwalter Hans Dölcher aus Lorſch, Abiturient des Lehrerſeminars in Bensheim. Durch Ver⸗ fügung Hoher Behörde erhielt Herr Religionslehrer Wilhelm Engelhardt von Bingen die Beſtätigung als katholiſcher Religionslehrer und die Erlaubnis, den franzöſiſchen Unterricht in der ſechſten Klaſſe zu übernehmen; mit Erteilung des evangeliſchen Religionsunterrichtes wurde Herr Pfarrer Peter Grünewald aus Dieburg betraut. Über Einrichtung und Leitung der Schule be⸗ ſtimmte§ 1 des ſtädtiſchen Statuts: Die ſtädtiſche Höhere Lehr⸗ anſtalt enthält ſechs aufeinanderfolgende Klaſſen mit einer Vor⸗ ſchulklaſſe. Sie wird nach dem Lehrplan der ſtaatlichen Realſchulen mit Progymnaſialabteilungen eingerichtet. Der Unterricht ſoll die Schüler befähigen, in eine höhere Klaſſe einer Realſchule, eines Realgymnaſiumsz oder eines Gymnaſiums einzutreten, ſich der Prüfung für den einjährig⸗freiwilligen Dienſt zu unterziehen, ſo⸗ wie den verſchiedenen bürgerlichen Berufsarten ſich zu widmen; § 5 lautete: Zur Wahrung aller die Lehranſtalt betreffenden Angelegenheiten wird ein Kuratorium beſtellt, zu dem gehören: Der jeweilige katholiſche Pfarrer in Dieburg als Vorſitzender,“ der
¹ Der erſte gedruckte Jahresbericht erſchien Oſtern 1896.
² Durch Verfüg. Hoh. Beh. vom 27. April 1899 wurde die Vor⸗ bereitung für das Realgymnaſium ausgeſchloſſen.
8 Nach dem Geſetz, die Höh. Bürgerſch. betr., vom 11. Mai 1901 (Artikel 9) wird der Vorſitzende des Kuratoriums auf Vorſchlag des letzteren von Hoh. Beh. ernannt.


