Aufsatz 
Geschichte des Großherzoglichen Gymnasiums zu Darmstadt : Festschrift zur Feier des 250jährigen Jubiläums dieser Schule am 23. und 24. April 1879 / Von Wilhelm Uhrig
Entstehung
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tertia declinatione: rıππrouvoœæ vero a riτtoν, eroua a weru†œς habent in genitivo τνννπιονυσαινν, rerνρρνυιανS Quamvis enim sint Barytona secundae declinationis, quia tamen masculinum suum non habent in tertia, sed in quinta declinatione, excipiuntur a regula. Similis cautela observetur in aliis.

Bei den Verben ſollen mit der Form des Indicativ auch jedesmal die übrigen Modi angegeben werden e. g. indicativus praesens, ls, st. Imperativus praesens. Optativus praesens etc. et sic per omnia tempora, quae omnia quam diligentissime a Praeceptoribus sunt inculcanda. In perpetuo enim declinandi et conjugandi labore paene tota vis grammatica sita est.(Entwurf der leg. et stat.) Auch ſollen gewiſſe bekannte Wörter und Redensarten lateiniſch und griechiſch variirt werden e. g. 111¶ũ°, 31½ τεαeνκνuα τνmνντεςι τυν ερν μοω. Verbero te, quia saepe verberas fratrem meum. 10νππι ꝙ1ν àdesν dον, de Sesoꝓ ½ϑεςι Ʒ&τνυνε ν α⁴φOν μο. Verbero fratrem tuum, quia ille heri ver- beravit sororem meam. Has et similes phrases pueri in tabella describant et latine reddant. Anſtatt eines Autors ſoll den Jünglingen das griechiſche Neue Teſtament eingeprägt werden; ſpäter ſollen griechiſche Dichter folgen und die Schüler ſelbſt an die Compoſition griechiſcher Verſe gewöhnt werden. Ferner ſoll die Dialektik und Rhetorik eingeübt werden, ſo daß die unteren Schüler nur die bloßen Regeln der Dia⸗ lektik herſagen, die mittleren auch die Erklärung der Lehrer hinzulernen, die oberen die Canones et Elenchos Sophisticos hinzufügen, der Lehrer aber den Gebrauch der Dialektik und Rhetorik an den Autoren zeigt. Weitere ſpecielle Angaben über Lehrbücher ꝛc. ſind in den Statuten nicht enthalten, dagegen zeigen dieſe von feinem pädagogiſchen Tacte in der eigentlichen Lehrmethode, die noch von dem Geiſt der großen Schul⸗ männer des Reformationszeitalters durchweht iſt.

Auch die neue Verordnung von 1668 gibt mehr Anweiſungen, wie der Unterricht gewiſſenhaft zu halten und von dem Rector zu controliren ſei, als eigentliche Aenderungen in der Methode des Unterrichts. Weil die praecepta und ſonſt Alles fein leicht gemacht und didascalice sine obscuritate tractiret werden, es aber an einer leichten Grammatica mangele, ſo habe der Rector darüber ſeine gedancken und gutachten in ſchrifften umbſtändig und außführlich darüber zu erſtatten.Die Exercitia ſollen nicht mehr in der Stunde, da andere lectiones zu tractiren ſind, corrigiret werden, ſondern ein Jedes zu ſeiner Zeit gebührlich verrichtet werden und damitt die knaben deſto deutlicher verſtehen und ſehen, auch auff ein andermahl ſich dißfallß deſto beſſer inacht zu nehmen und vor zu ſehen lernen, wenn die geſchribenen exercitia corrigirt ſind, ihnen die vitia auß den geſchribenen exercitien büchern vivaà voce angedeutet und angezeiget werden. Ferner ſoll noch ein Autor latinus Classicus in prima et secunda classe tractiret werden, und zwar in prima der Justinus, in secunda der Aemilius Probus. 1668 werden als Prämien gegeben: 1) Vossii partitiones oratoriae, 2) Thesaurus poeticus, 3) Justinus, 4) Ethica Itteri, 5) Logica Ebelii, 6) Gram- matica Graeca.

Nach langer Pauſe findet ſich eine Angabe über den Lehrplan erſt unter dem Rectorat Arnoldi's (1709 1717). Dieſer willdas vormahls dem Hochfürſtlichen Paedagogio beygewohnte und offtmals gerühmte renommée wieder hergeſtellt und die frequence wieder in aufnahme gebracht haben, derowegen, weil er zu keiner trivial Schule, ſondern ad illustre Paedagogium gnädigſt vocirt worden, worin nicht nur rudimenta Grammaticae, ſondern auch, vi statutorum, die principia superiorum disciplinarum docirt und die discipuli ad academias praeparirt werden ſollten. Obwohl nun anfangs in den disputationibus prioribus es nöthig geweſen ſei, denen discipulis die mehrſte wort und formulas alloquendi, argumenta assumendi, probandi, connectendi in den mund zu legen, da ſie davon ihr Lebtag nichts gehört, noch geſehen(worin es auch, wie die erfahrung gebe, manchem candidato academici et ecclesiastici gradus ſehr ſauer werde), ſo hätten ſich die Schüler je länger, je beſſer darin zu finden gewußt und gute profectus gemacht. In den exercitiis oratoriis pflege er, da die Schüler weder principium, noch modum elaborandi im geringſten gehabt, per dispositionem dictatam zuvor materiam et formam exercitiorum rhetoricorum, chriarum et oratiuncularum bald teutſch, bald lateiniſch an hand zu geben, welche ſie hiernach in ordnung ſetzen und correctioni übergeben müßten. So habe er dieſe exereitia