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ſeines Unterrichts unfähig machte, doch gegründete Hoffnung zur Wie⸗ dergeneſung und zum Wiedereintritt in ſein Lehramt übrig ließ. Allein im Rathe der göttlichen Vorſehung war es anders beſchloſſen. An dem oben genannten Tage machte plötzlich ein Schlagfluß ſeinem Leben ein Ende und entriß ſeiner Gattin nebſt ſünf unmündigen Kindern ihren Verſorger. Lehrer und Schüler nebſt einer Anzahl Freunde begleite⸗ ten ſeine Leiche am 8. Nov. zu ſeiner Ruheſtätte, wo nach Aufführung eines feierlichen Geſangs durch die Schüler von einem ſeiner Collegen die Grabrede gehalten wurde.— Folgende biographiſche Notizen über den Seligen werden hier am rechten Orte ſtehen. Er wurde geboren am 6. Sept. 1799 in Hildburghauſen, wo ſein Vater(gebürtig von Hofgeismar) eine Predigerſtelle bekleidete. Seine Mutter war eine Toch⸗ ter des Oberſchultheißen und Raths Biedenkapp in Carlshafen. Später wurde ſein Vater als Metropolitan nach Wolfhagen berufen, und ſeitdem beſuchte der Sohn die daſige Stadtſchule, beſonders den Unterricht des Präceptors Klein. Doch ſchon im 9. Jahre ſeines Alters verlor der Knabe den Vater durch den Tod, und nun nahm ſein Oheim, der nachherige Marburger Profeſſor Hofrath Suabediſſen, den Verwaisten zu ſich nach Lübeck und erzog ihn dort und ſpäter in Caſſel bis zum Abgang des Jünglings auf die Landes⸗Univerſität. Hier wid⸗ mete er ſich vom Herſt 1816 bis Oſtern 1820 dem Studium der Theo⸗ logie, und ließ ſich nach Beendigung ſeines akademiſchen Curſus in Marburg und Caſſel eraminiren. Sodann bekleidete er mehrere Haus⸗ lehrerſtellen. Im Jahr 1826 wurde er als Prediger nach Asbach bei Allendorf in den Soden, und nach Oſtern 1827 als Lehrer an die Bürgerſchule in Caſſel beſtellt, von hier aber im Herbſt 1829 als Gymnaſiallehrer nach Hersfeld befördert. Bald nach letzterer Anſtellung erhielt er von der philoſophiſchen Facultät zu Marburg auf eine über Algebra eingereichte Diſſertation die Doctorwürde. Zu Oſtern 1835 wurde er an das hieſige Gymnaſium verſetzt. Molters Wirkſamkeit als Lehrer entwickelte ſich in voller Kraft erſt am Gymnaſium zu Hers⸗ feld, wo er mit muthigem Entſchluß jeder zerſtreuenden Unterhaltung entſagte, um ſich ungetheilt ſeinem Berufe hingeben zu können. Seine Schüler aus damaliger Zeit werden ſich des Eifers, mit dem er für ihre Bildung bemüht war, gewiß ſtets mit dankbaren Herzen er⸗ innern. Unter uns hat er leider nur 3 Jahre lang thätig ſein können,


