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Durch Bestallungsurkunde vom 26. Oktober 1887, bestätigt vom Königlichen Provinzial- Schulkollegium am 14. November 1887, wurde der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Karl Meinhoff vom 1. Oktober ab zum ordentlichen Lehrer befördert. Seine Vereidigung erfolgte in der allgemeinen Konferenz vom 25. November 1887. Durch Verfügung des Kuratoriums vom 7. November 1887 wurde im Einverständnis mit Königlichem Provinzial-Schulkollegium Herr Dr. Karl Knabe mit der Ver- sehung einer Lehrerstelle vom 15. Oktober an beauftragt.
Karl Knabe, geboren am 25. Juni 1856 zu Burdorf bei Merseburg, evangelischer Konfession, vorgebildet auf dem Gymnasium zu Eisleben und von demselben mit dem Zeugnisse der Reife Michaelis
1875 entlassen, studirte von da an auf der Universität zu Leipzig mit Unterbrechung durch das mili-
tärische Dienstjahr, durch eine fastzweijährige Lehrerthätigkeit an einem Privatinstitute und eine vierteljährige
Vertretung am Nikolai-Gymnasium in Leipzig bis zum Herbst 1882 und legte dort und in Marburg die
Fakultätsprüfung in Mathematik, Physik, Deutsch und Geschichte ab. Am 25. November 1885 wurde er
von der philosophischen Fakultät zu Leipzig auf Grund seiner Dissertation„Die Formen des indirecten
Beweises mit besonderer Rücksicht auf ihre Anwendung in der Mathematik“ zum Dr. phil. ernannt.
Nachdem er seit April 1883 an der Militär-Vorbildungs-Anstalt zu Cassel als Lehrer gewirkt hatte,
erledigte er vom 1. Oktober 1885 bis dahin 1886 sein pädagogisches Probejahr an dem Realgymnasium
daselbst, wo er noch ferner verblieb, bis er am 1. Juni 1887 an das Königliche Wilhelms-Gymnasium ebendaselbst überging.
Durch Erlass des Herrn Ministers der geistlichen etc. Angelegenheiten vom 14. Dezember 1887, mitgetheilt vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium am 20. Dezember, ist die Beförderung des Herrn Karl Junghans zum etatsmässigen Oberlehrer genehmigt worden.
Die Sommerferien dauerten vom 3. bis 31. Juli, die Herbstferien vom 25. September bis 9. Oktober, die Weihnachtsferien vom Mittag des 23. Dezember bis zum 9. Januar.
Unvorhergesehene Störungen für den regelmässigen Gang des UInterrichts traten in dem ablaufenden Jahre in ungewöhnlichem und teilweise sehr empfindlichem Masze ein. Ausser den beiden oben erwähnten, in das Schulleben tief eingreifenden Krankheits- und Todesfällen sind noch längere oder kürzere Erkrankungen von zwölf Lehrern vorgekommen, ferner musste einer wegen in der Familie ausgebrochener Masernkrankheit elf Tage der Schule fernbleiben, einer musste auf gleichlange Zeit wegen Ausübung schwurgerichtlicher, ein anderer auf einen Tag schöffengerichtlicher Funktionen wegen den Unterricht aussetzen. Herr Dr. Kessler war vom 22. August bis zum 10. September beurlaubt behufs Fortsetzung seiner schon in den Vorjahren begonnenen Beobachtungen und Untersuchungen über die Reblaus in den Weinbergen bei Linz am Rhein. Mit Genehmigung Königlichen Provinzial-Schulkollegiums konnte Herr Dr. Nikolaus Mänz vom Realgymnasium dahier zur teilweisen Aushülfe herangezogen werden.— Das beneficium caloris musste am 9. August für die Nachmittagsstunden eintreten. Anlässlich der totalen Sonnenfinsternis vom 19. August begann der Unterricht erst um 10 Uhr; von einem ursprünglich geplanten weiteren Ausfluge mit den oberen Klassen in die Totalitätssone war wegen der ungünstigen Witterungs-Aussichten Abstand genommen worden.
Die Klassenspaziergänge fanden am 23. Juni bezw. 5. August statt und zwar von den Klassen IVa und b nach der Firnskuppe und Harleshausen, von Va und b nach Neuholland, von VIa nach Kirchditmold, von VIb nach dem Heiligenberg und Gensungen, von VIc nach Niederzwehren. Die Turnfahrten siehe oben Seite 14 unter„Technischer Unterricht“.


