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Für die durch den Tod Heidenreich's(S. 53 des vorjährigen Programms) offen gewordene Elementarlehrerstelle war die Stelle eines ordentlichen Lehrers geschaffen worden, welche dem Herrn Dr. Meinhoff übertragen wurde.
Karl Meinhoff ist geboren am 28. April 1860 zu Grabow in Mecklenburg, evangelischer Konfession. Er besuchte die Realschule I. O. zu Schwerin und nach dort bestandenem Abiturienten- Examen widmete er sich zunächst auf der Technischen Hochschule zu Dresden, dann auf den Universi- täten zu Berlin und Marburg dem Studium der neueren Sprachen. Sein Fakultätsexamen bestand er zu Marburg am 9. Mai 1884. Auf Grund seiner Dissertation„über die Vergleiche in den altfranzösischen Karlsepen“ wurde er am 15. Mai 1887 zum Doctor phil. promovirt. Am 1. Oktober 1885 bis ebendahin 1886 leistete er an unserer Realschule sein pädagogisches Probejahr ab, von da bis Ostern 1887 war er als Lehrer an dem Hassel'schen Institute zu Frankfurt a. M. thätig. Mit dem Sommersemester v. J. kehrte er an die Realschule nach Cassel zurück.
Als Ersatz für die beiden am Schluss des vorigen Schuljahres ausgeschiedenen Kollegen traten als beauftragte Lehrer ein die Herren Kandidaten Bachmann und Fennel.
Heinrich Bachmann, geboren am 8. Oktober 1861 zu Gieselwerder bei Hofgeismar, besuchte die Realschule I. O. zu Cassel, legte an derselben am 4. September 1880 die Reifeprüfung ab und widmete sich auf den Universitäten zu Leipzig, Paris und Münster dem Studium der neueren Sprachen und der Religion. Nachdem er am 10. Juli 1886 zu Münster sein Fakultätsexamen bestanden hatte, trat er als Probekandidat zu Michaeli 1886 an der Realschule zu Cassel ein und wurde Ostern 1887 daselbst als wissenschaftlicher Hülfslehrer angestellt.
Ludwig Fennel, geboren am 12. Juli 1861 als Sohn des Mechanikus Otto Fennel zu Cassel, reformirter Konfession, besuchte das Realgymnasium und die höhere Gewerbeschule seiner Vaterstadt, dann das mit dem Friedrich Wilhelms-Gymnasium zu Köln verbunden gewesene Realgymnasium, von welchem er mit dem Maturitätszeugnis vom 8. August 1881 entlassen worden ist. Seine Universitäts- studien machte er zu Göttingen, Berlin und Marburg. An letzterer Universität unterzog er sich am 5. November 4886 der Prüfung pro facultate. Sein Probejahr leistete er an der Realschule zu Cassel ab, wo er vom 1. April v. J. ab als wissenschaftlicher Hülfslehrer thätig ist. Nachdem er am 16. Januar 1888 das Examen rigorosum bestanden, wird ihm auf Grund der diesem Jahresberichte vorgedruckten mathematischen Abhandlung die philosophische Doktorwürde erteilt werden.
Durch Bestallungsurkunde vom 2. Juli 1887, bestätigt von Königlichem Provinzial-Schul- kollegium am 19. Juli, wurden die bisherigen wissenschaftlichen Hülfslehrer Herr Dr. Otto Wetzell und Herr Dr. Hermann Bächt vom 1. April an zu ordentlichen Lehrern befördert. Ihre Vereidigung fand in der Konferenz vom 12. August 1887 statt.
Durch Verfügung des Kuratoriums vom 22. Juli wird mit Genehmigung Königlichen Provinzial-Schulkollegiums Herr Dr. Heimbert Lehmann vom 1. Oktober ab zur Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle angestellt.
Heimbert Lehmann, geboren am 25. November 1860 zu Frankfurt a. O., evangelischer Konfession, erhielt seine Vorbildung auf der Oberschule(Realgymnasium) seiner Vaterstadt. Nachdem er von dieser Austalt mittels Reifezeugnis vom 27. September 1879 entlassen worden war, widmete er sich von Michaeli 1879 bis dahin 1880 zu Berlin, sodann während eines einjährigen Aufenthaltes teils an der Universität zu Genf, teils in Paris und in England, ferner von Michaeli 1881 bis Michaeli 1883 zu Göttingen dem Studium der neueren Sprachen. Das Examen pro facultate legte er am 21. Februar 1885 in Göttingen ab, nachdem er bereits am 7. August 1883 auf Grund einer Dissertation„über den Bedeutungswandel im Französischen“ von eben dieser Universität zum Dr. phil. promovirt worden war. Nachdem er das Probejahr Ostern 1886 am Königlichen Realgymnasium in Wiesbaden beendet hatte und bis Ostern 1887 an der Stoyschen Erziehungsanstalt in Jena thätig gewesen war, wurde er nach halb- jähriger Beschäftigung als wissenschaftlicher Hülfslehrer am Realgymnasium in Wiesbaden Michaeli 1887 zur Versehung einer ordentlichen Lehrerstelle an die Realschule zu Cassel berufen.


