Aufsatz 
Über die "Erziehung zur Freiheit"
Entstehung
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II. Mitteilungen aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörden.

Caſſel, 28. April 1888. Die Unbeſcholtenheitszeugniſſe ſollen immer abgeſondert erteilt werden.

Caſſel, 15. Mai 1888. Bei Reviſionen des Religionsunterrichts ſoll darüber berichtet werden.

Caſſel, 4. Juni 1888. Das Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium teilt mit, daß Herr Prof. Schmidt⸗ Rimpler von Marburg von neuem die Augen der Schüler unterſuchen werde.(Dieſe Unterſuchung hat ſtattgefunden; ein Bericht darüber iſt z. St. noch nicht eingetroffen.)

Caſſel, 20. Juni 1888. Um die reichhaltige Schmetterlingſammlung(die Herr Dr. Führer in Luknow dem Gymnaſium geſchenkt hat) in angemeſſener Weiſe unterzubringen, ſollen die ſtädtiſchen Behörden auf eine Erweiterung des Gymnaſialgebäudes bedacht ſein.

Caſſel, 17. Auguſt 1888. Die Geburts⸗ und Todestage Ihrer Majeſtäten, der Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III., ſollen jährlich in angemeſſener Weiſe gefeiert werden.

Caſſel, 20. Auguſt 1888. Bei Schulſtrafen(körperlichen Züchtigungen) iſt Vorſicht zu beobachten wegen der Praxis des Verwaltungsgerichtshofs.

Caſſel, 21. Nov. 1888. Auch in der Anmeldung der Programmabhandlung ſoll der Vorname des Verfaſſers genannt werden.

Caſſel, 29. Nov. 1888. Statt der veralteten Schulbänke ſollen ſolche neuer bewährter Kon⸗ ſtruction beſchafft werden

Caſſel, 16. Januar 1889. Zur Beſeitigung des Schulſtaubes wird empfohlen, die Räume mehrmals in der Woche naß aufzuwiſchen.

Caſſel, 15. Februar 1889. Die militärpflichtigen Lehrer ſollen, falls ſie unabkömmlich ſind, ſpäteſtens vor Ablauf des Monats November reclamiert werden und die Nachtrags- bezw. Ver⸗ änderungsliſte iſt ſpäteſtens vor Ablauf des Monats Juni einzureichen.

Berlin, 13. Febr. 1889. Nach einem Übereinkommen der deutſchen Staatsregierungen gewährt ein Reifezeugnis, welches ein Angehöriger des deutſchen Reiches an einem Gymnaſium oder einem Realgymnaſium als Schüler der Anſtalt erworben hat, in jedem deutſchen Staate gleiche Be⸗ rechtigungen mit den eigenen Schülern.

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III. Chronik der Schule.

Das Schuljahr begann Montag 9. April mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler. Es wurden von dieſen 48 aufgenommen. Am folgenden Tage wurde vor ſämmtlichen Schülern die Schulordnung von dem Direktor verleſen; die neu aufgenommenen Schüler wurden durch Handſchlag zur Beobachtung derſelben verpflichtet.

Am 28. Mai begann Boleslaus von Kaſinowsky(aus Schokken, Reg.⸗Bez. Poſen) das vorſchriftsmäßige Probejahr. Die ehemaligen Probekandidaten Stemmler und Strunk be⸗ hielten, da ſie an anderen Anſtalten zunächſt keine Beſchäftigung fanden, während des Sommerſemeſters noch einige Unterrichtsſtunden; als ſie zu Anfang des Winterſemeſters aus dem Kollegium aus⸗ ſchieden, wurde zur Aushülfe der bisher am Gymnaſium zu Wiesbaden wirkende Kandidat A. Schmitt berufen.

Wie in frühern Jahren, ſo ſchenkte auch in dieſem Jahre wieder Herr Pfarrer Dr. Muth in Dombach eine wertvolle Samlung von Büchern der Gymnaſialbibliothek. Vgl. unter V Lehr⸗