Aufsatz 
Über die Quellen für die jüdische Geschichte in den letzten Zeiten vor Christus
Entstehung
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ſchwungvollen Darſtellungen, z. B.: Die Beſchreibung des Jordanlaufes B. J. III, 18.; dann die Darſtellung der Greuelſcenen durch die Zeloten unter Johannes Giscala V, 9 und in Jeru⸗ ſalem in Buch VII.

Um das Bild unſers Schriftſtellers noch zu vervollſtändigen, iſt es nothwendig noch etwas bei ſeiner Vita und den Büchern gegen AKpion zu verweilen ¹). In ſeiner Nita vertheidigt er ſich gegen einen erbitterten perſönlichen Feind, den Justus aus Tiberias in Galiläa. Der⸗ ſelbe war Geſchichtſchreiber, Krieger und Staatsmann, wie Josephus ſelbſt. Er war ein De⸗ magog und Parteiführer. Schon ehe Josephus Statthalter in Galiläa wurde, hatte er mit be⸗ waffneten Schaaren in Syrien wild gehaust.(Nita§. 65). Als Geſchichtſchreiber ver⸗ faßte Justus eine Chronik der gekrönen Könige bis auf Agrippa, den letzten jüdiſchen König. Von Josephus und Photius wird ausdrücklich bezeugt, daß Justus auch über den jüdiſchen Krieg und die Zerſtörung von Jeruſalem geſchrieben habe. Justus hatte ein ſehr bewegtes Leben, war vielfach von Josephus und Vespasian verfolgt, ein unverſöhnlicher Feind des Josephus, deſſen Begünſtigung durch Titus und Agrippa ihm wohl nicht zuſagten, die er deshalb in mög⸗ lichſt ungünſtiges Licht zu ſtellen ſuchte. Im cap. 65 der Vita fügt Josephus eine ſcharfe An⸗ rede gegen Justus ein, in der er denſelben als Menſchen, Bürger, Kriegs⸗ und Staatsmann gänzlich zu vernichten ſucht. Josephus muß wohl nicht ganz Unrecht haben; denn er kann dem Justus vorwerfen, er habe nicht gewagt mit ſeiner Geſchichte des jüdiſchen Krieges hervorzu⸗ treten, ſo lange Vespasian, Titus und Agrippa lebten, w ewohl jenes Werk ſchon ſeit 20 Jahren vorgelegen.

Die beiden Bücher gegen Apion ſind von den Schriften des Josephus die wichtigſten zur Beurtheilung ſeiner literarhiſtoriſchen Bedeutung. Dieſelben ſind gerichtet gegen die anti⸗ jüdiſche Literatur, ſpeciell gegen den alexandriniſchen Grammatiker Apion. Die 2 Bücher tragen den Namen:Ueber das Alterthum der Juden gegen Apion. Das Buch iſt gewidmet dem oben genannten Epaphroditus. Von Apion berichtet der ältere Plinius, der Kaiſer Tiberius habe ihncimbalum mundi genannt, die Poſaune ſeines eignen Ruhmes. Er pries wirklich Alexandria glücklich ihn zum Bürger zu haben.²) Er war wahrſcheinlich von kretenſiſchen Eltern geboren, lebte vielfach zu Alexandrien als Rhetor. Er bereiſte die hervorragenden Städte und hielt Vorleſungen über Homer, die er zuweilen mit ſchwindelhaften Erzählungen ausſtattete z. B. er habe den Geiſt des Homer citirt. Seine Commentare zu Homer wurden früher für viel mehr gehalten als ſie zu halten ſind. Josephus ſagt von ihm:Unter dem, was er geſchrieben, iſt einiges dem ähnlich, was andere geſchrieben. Manches aber, was er hinzugefügt hat, iſt ſehr froſtig. Bei der Schrift gegen Apion haben wir es mit einer Streitſchrift im eigentlichen Sinne des Wortes zu thun, in der es an heftigen Ausfällen nicht fehlt, die aber mehr als jede andre Schrift des Josephus deſſen wiſſenſchaftliche Bedeutung lehrt. Die in den Büchern contra

1) Vergl. Creutzer I. c. p. 56. 2) Vergl. den betr. Artikel in Pauly's Realencyklopädie des klaſſ. Alterthums.