Ueber die Guellen für die jüdiſche Geſchichte
in den letzten Zeiten vor Chriſtus.
AAAAAAAAAA;ᷓ́”
Nach den machabäiſchen Heldenkämpfen war Simon, einem der Söhne des Hohen⸗ prieſters Matthathias, durch das dankbare Volk die höchſte geiſtliche und weltliche Gewalt über⸗ tragen worden.(141 v. Chr.) So glänzend die Kämpfe zur Bewahrung der moſaiſchen Religion geweſen, ſo war es doch für die durch Simon eröffnete Dynaſtie der Hasmonäer von vornherein ein ſchlimmes Moment, daß Simon ſich in ſeiner doppelten Würde von demſelben heidniſchen König von Syrienbeſtätigen ließ, gegen den das jüdiſche Volk ſo heiß gekämpft.¹) Die Nachkommen Simons, die ſich als Hoheprieſter und Könige zu gleicher Zeit faſt 100 Jahre nach dem Ende der Religionskämpfe behaupteten, ahmten nicht nur die Sitten der heidniſchen Könige nach, ſondern überboten ſie zum Theil in unnatürlicher Grauſamkeit, Ueppigkeit und Treuloſigkeit. Statt ein Halt für das geiſtige Leben Iſraels zu werden, hemmten, verwirrten und unterdrückten ſie dasſelbe.
Auf Simon, der durch ſeinen Schwiegerſohn treulos ermordet worden, ²) folgte ſein zweiter Sohn Johannes Hyrkanus(135— 106). Unter ihm erhielt das jüdiſche Reich eine ähnliche Ausdehnung wie einſt durch David. Sein älteſter Sohn und Nachfolger war Judas Aristobulus. Er wüthete in ſeiner Familie durch Mord und Grauſamkeit. Nach ihm regierte von 105— 78 ſein Bruder Alexander Jannaeus. Derſelbe führte glückliche Kämpfe gegen den Ptolemaeus Lathurus, eroberte Gaza und führte die Moabiter zum Gehorſam zurück. Er machte ſich aber unter dem Volke dadurch verhaßt, daß er ſich mit einer Leib vache von Aus⸗ ländern umgab und die Parthei der Phariſäer verfolgte. Dadurch entſtanden Aufſtände und blutige Mordſcenen, die nicht weniger als 60,000 Juden das Leben koſteten. Nach ſeinem Tode regierte ſeine Mutter Alexandra(78— 69). Dieſelbe ſchloß ſich, dem Rathe ihres ſterbenden Gatten folgend, den Phariſäern an, erregte aber dadurch Unzufriedenheit auf andrer Seite.
1) Vergl. Haneberg: Geſchichte der bibl. Offenbarung III. Auflage pag. 445 ff. 2) I Machab. cap. 16.


