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Plato, Demoſthenes knüpft. Wem dieſe Sterne leuchten, der hat in ihrem Glanze nicht nur die nöthige Klarheit, um ſich in den oft gewundenen oder durchkreuzten Gängen jeder anderen
Literatur auf Tritt und Schritt zurecht zu finden, ſondern es ſind
ihm auch die deutlichſten Anhaltspunkte gegeben, um aus den ver⸗ ſchiedenen Literatur⸗Phaſen und Formen überall und je⸗ derzeit einen Rückſchluß auf die Entwickelungsſtufe des Lebens zu machen oder von dem jedesmaligen Verhalt des geiſtigen und materiellen Lebens aus einen Vorblick auf das Werden der Lite⸗ ratur zu thun.
Die Weihe des Ewigen, das eigentliche Siegel ihres unver⸗ gänglichen Berufes für die Menſchheit beſitzt die griechiſche Kunſt, Literatur, Wißenſchaft in dem, was man ihre Richtung auf das Ideale oder kurzweg ihre Idealität nennt. Es fließt dieſer Vorzug einestheils aus der Naturgabe des Griechen, die Dinge durchgängig— wie Schelling ſich ausdrückt— auf ihr Weſen hin anzuſehen und ſich der Schöpfergedanken zu ermächtigen, welche in ihnen nach ſinn⸗ licher Verwirklichung drängen, anderntheils aus der Fähigkeit, den auf ſolche Weiſe innerlich angeeigneten Weſensgehalt der Dinge auch äußerlich zu vollſtändiger Darſtellung zu bringen. Die Fülle der Idee, in die ihr weſenhafte Form allſeitig ergoßen, iſt die Schön⸗
heit als Ausdruck des Göttlichen im Natur⸗ und Menſchenleben.
Eben dieſe Schönheit aber bildet das Charaktergepräge des helle⸗ niſchen Weſens in Literatur, Wißenſchaft und Kunſt, und wie vielfach auch das öffentliche und Privatleben in Hellas von dem Peſthauch der Sünde durchzogen iſt, in ſeinen Grundlagen ſowohl als in ſeinen höheren Aeußerungen trägt es allenthalben den Zau⸗ ber jener Schöne, die der Grieche ſtets mit dem Wahren und Guten zuſammenſchaut(4uνος ατεο⁹.
Uebrigens iſt es keineswegs allein die vollendete Schönheit der
alten Sprachen und der Idealgehalt ihres Schriftenthums, was dieſel⸗ ben zu dem bewährteſten Bildungsmittel des Geiſtes gemacht hat: eine nicht geringere Bildungskraft liegt in der Verſchiedenheit ihres Idioms


