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Von manchen Leiden; Schmerz und Krankheit waren
Kaum erſt gewichen; ſtill beſcheiden blickt' ich
In's Leben wieder, freute mich des Tags
Und der Geſchwiſter wieder, ſog beherzt
Der ſüßen Hoffnung reinſten Balſam ein.
Ich wagt' es vorwärts in das Leben weiter
Hinein zu ſehn, und freundliche Geſtalten
Begegneten mir aus der Ferne. Da,
Eleonore, ſtellte mir den Jüngling
Die Schweſter vor; er kam an ihrer Hand,
Und, daß ich dir's geſtehe, da ergriff
Ihn mein Gemüth und wird ihn ewig halten.*) Wie natürlich, daß in einem ſolchen Augenblick erhöhter Empfäng⸗ lichkeit der edle Jüngling einen ſo tiefen Eindruck auf ſie machte, daß ſie ihn für alle Zeiten ins Herz ſchloß. Auf geiſtige Ge⸗ nüße angewieſen, ebenſo empfänglich für Poeſie, wie Taſſo ſchöpferiſch, fand ſie bald in ſeinem Umgange ihr ſchönſtes Glück. Die zarteſte Huldigung und eine Seele, die eine Welt des Schönen und Vortrefflichen in ſich trug, brachte ihr der Jüngling entgegen. Er ward für ſie der Schöpfer eines neuen Lebens, indem er ihr einförmiges Daſein mit dem Zauber ſeiner Ideale verklärte und den ganzen Reichthum ihres Geiſtes und Gemüthes durch den Sonnenblick ſeines Genies zur höchſten Blüthe der Schönheit entfaltete.**) So mußte ſich ihr Gefühl für Taſſo allmählich zu warmer Liebe ſteigern. †)„Die Art,
*) Vergl. Act II, Scene 1, S. 137.
**) Act III, Scene 2, S. 179: Wie mehrte ſich im Umgang das Verlangen Sich mehr zu kennen, mehr ſich zu verſtehn! und täglich ſtimmte das Gemüth ſich ſchöner Zu immer reinern Harmonien auf.
†) Act III, Scene 2, S. 180: Ihn mußt' ich ehren, darum liebt' ich ihn; Ihn mußt' ich lieben, weil mit ihm mein Leben Zum Leben ward, wie ich es nie gekannt u. ſ. w.


