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ter, weil von Natur dem Ideale zugewandt, iſt mehr als An⸗ dere in der Gefahr ſich in ſich ſelbſt genug zu ſein. Seinen gedrückten Verhältniſſen hatte ihn Alfons enthoben und ihm eine glückliche Muße gewährt, worin ſein Dichtergenius ſich zu freiem Fluge entfalten konnte. Aber leider vermochte weder die Auf⸗ merkſamkeit und Geduld des Fürſten, noch die liebreiche Be⸗ handlung der Schweſtern die finſtern Dämonen zu verſcheuchen, welche die ſchweren Geſchicke der Jugend in ihn gelegt hatten.*) Im Gegentheil ſchoß das Unkraut, welches in ſeiner Seele wur⸗ zelte, unter der Sonne des Glückes wuchernd empor.**) Gerade die zarte Schonung die ihm am Hofe widerfuhr, mußte ſeiner Eigenliebe Nahrung geben, je beneidenswerther ihm ſelbſt ſeine Lage erſchien, deſto leichter glaubte er ſich beneidet, je größere Gunſt. er genoß, deſto mehr hielt er ſich fuͤr den Gegenſtand all⸗ gemeiner Misgunſt, und je freier er ſich einer edlen Muße hin⸗ geben konnte, deſto mehr war er verſucht ſich behaglich in ſeine Phantaſiewelt einzuſpinnen. Die Ideale des Wahren, Guten, Schönen lagen in ſeiner Seele und zugleich die Kraſt dieſelben in poetiſchen Schöpfungen auszugeſtalten, wie natürlich, daß ihn die geiſtige Selbſtgenüge ſowie das Beduͤrfnis ſich dem Zuge des Genies unbeſchränkt zu überlaſſen †) und gegen beirrende Einflüße von außen abzuſchließen †) in die Einſamkeit rief!
*) Siehe Scene 2, Seite 113— 114; Act V, Scene 1, S. 223— 224. **) Siehe Act V, Scene 1, S. 225, wo Antonio zu dem Für⸗ ſten ſagt: O glaube mir, ſein launiſch Mißbehagen Ruht auf dem breiten Polſter ſeines Glücks. †) Siehe Act IV, Scene 2, S. 197: Frei will ich ſein im Denken und im Dichten; Im Handeln ſchränkt die Welt genug uns ein. †t) Siehe Seite 119: Die Menge macht den Künſtler irr' und ſcheu. Damit iſt zu vergleichen Dichtung und Wahrheit XXVI, 237: Es lagen angefangene Arbeiten genug vor ihm, ja es wäre für einige


