Aufsatz 
Porphyreos-Purpureus : eine farbengeschichtliche Studie
Entstehung
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Die Bedeutung des Wortes 7rοροεο, das sich im La- teinischen als purpureus wiederfindet, ist von jeher viel umstritten gewesen. Eine ganze Reihe von Bedeutungen, wogend, schimmernd, glänzend, purpurn, dunkelrot, hellrot, rot überhaupt, schwarz u. s. w., schliesslich sogar weiss, werden von Erklärern angegeben, von den Zeiten des Aristoteles an bis zu unseren Tagen. Zum Teil hängt das damit zusammen, dass nicht nur die ältesten Quellen die ho- merischen Epen, sondern eine ganze Reihe anderer späterer Werke dichterische Erzeugnisse sind, an die man, was Farbengenauigkeit anbeteifft, nicht denselben Massstab anlegen darf wie an das Werk εοει τιιμωιμιαειν. Aber davon ganz abgesehen, auch im gewöhnlichen Leben finden sich bei allen Völkern recht wunderbare Farbenbezeich- nungen, die mit der Wirklichkeit gar wenig Ubereinstimmung haben, wir sprechen z. B. von Schwarzbrot, Weisswein, rotem Gold, Rotwild, vom Fuchs im roten Kleid u. s. w. und im Griechi- schen werden z. B. mit 1eνκν weiss Gegenstände bezeichnet, die ganz verschiedenartige Farben haben Schnee, Milch, Knochen, Elfenbein, schliesslich die menschliche Haut. Es wird niemand ein- fallen zu behaupten, dass diese Ausdrücke auf Genauigkeit Anspruch machen könnten. UÜberhaupt hinkt ja die menschliche Fähigkeit Farben zu benennen jämmerlich hinter der wunderbaren Farben- pracht her, wie wir sie z. B. an blühenden Blumen im Frühjahr sehen. Aus diesen Gründen ist es ausgeschlossen, jede Farbenbe- zeichnung, die wir in irgend einer Literatur finden, ganz genau zu umgrenzen. Bei dem Worte%%σ ⁶ισεοο liegt die Sache noch etwas verwickelter und zwar insofern, als%§σ⁶οεοε, oder genauer gesagt rr00% ˙, ursprünglich gar keine Farbe bezeichnet.

Wenden wir uns zu den ältesten Quellen, zu Homer. Wir finden bei ihm das Verbum 10% ³ο an 5 und das Adjektivum 1009% 696o0g an 28 Stellen; das Substantivum ο⁶⁸οσασ der Parpur, dio Purpurschnecke ist der homerischen Zeit fremd.

Die Etymologie dieses Wortes ist nach den Untersuchungen von Curtius, Vaniçek u. s. w. nicht mehr zweifelhaft. IIoοoσοσ ist ein verbum intensivum aus der Wurzel qou oder oP skrt. prusb. Es hat die Grundbedeutung wogen, aufwogen, aufwallen, unruhig sein, schillern, schimmern, und das davon abgeleitete Adjektivum 1 ꝙrOsos heisst ursprünglich wogend, und da sich mit dem Begriff