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Reise in die alten Provinzen der Monarchie, um mehrere der besten altländischen Gymnasien aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Er fand bierbei freundliche Förderung sowohl Seitens der Königlichen Behörden als auch durch. seine Herren Collegen, welche die Güte hatten, wührend dessen den grössten Theil seines Unterrichtes zu vertreten. Auch hat er herzlichen Dank abzustatten für das wohlwollende Entgegenkommen, welches ihm in Berlin(im Joachimsthalischen G.; im G. zum grauen Kloster; im Luisenstädtischen G. u. s. w.), Magdeburg(Kloster- und Dom-G.), Halle(Lateinschule) und Schulpforte von Seiten der Vorsteher und übrigen Lehrer dieser trefflichen Anstalten zu Theil geworden ist.— Am 7. Septenuber inspicirte Herr Dr. Euler, im Auftrage des Kgl. Unterrichts- ministeriums, den Turnunterricht am hiesigen Gymnasium.
Der Director des Hochwürdigen Evangelisch- Lutherischen Consistoriums Herr Schöff Dr. Müller feierte am 9. December 1869 sein 25jähriges Amtsjubiläum, zu welchem eine Deputation, bestehend aus den Herren Prof. Hechtel und Prof. Dr. Eberz nebst dem Director, die Glückwünsche des Lehrerkollegiums darbrachten. Der Unterzeichnete sprach dabei dem verehrten Jubilar nicht allein für dessen grosse Verdienste um das Frankfurter Schulwesen überhaupt, sondern auch insbesondere für die umsichtige und energische Lei- tung der Gymnasial-Angelegenheiten seinen Dank aus, und fügte die Bitte hinzu, dass er auch ferner dem Gymnasium gewogen bleiben möge.
Am 13. December 1869 starb der Bildhauer Eduard von der Launitz, dessen Tod hier wohl erwähnt werden darf, da er auch für das Gymnasium schmerzlich empfunden wird. Wer den Umgang des feinsinnigen, für alles Edle in Kunst und Wissenschaft be- geisterten und bis an's Ende thätigen Mannes genossen hat, weiss, was wir an ihm verloren haben. Auch unsern Schülern war er oft bei ihren histrionischen Versuchen ein freundlicher Rather und Helfer, den sie in diesem Augenblick, wo sie wieder unter andern Scenen auch eine Darstellung aus dem Trinummus des Plautus vorbereiten, recht sehr vermissen mögen. Durch die äusserst instructiven„Wandtafeln“(deren erste Exemplare lange die Wand unserer Prima geschmückt haben) hat der Verewigte sich ein bleibendes Andenken bei den deutschen Gymnasien gesichert.
Nachdem im Herbst 1869 ein Versuch, die Trennung der überfüllten Secunda (42 Schüler) zu erreichen, misslungen war, hat der Unterzeichnete am fünften März 1870 Reformvorschläge für den Lehrplan des Gymnasiums bei dem Hochwürdigen Evan- gelisch-Lutherischen Consistorium zur weiteren Befördeung an die übrigen städtischen


