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Stande war, ſondern dieſelben ſogar überflügelte. Die körperliche Entwickelung mag hier ein weſentlicher Regulator geweſen ſein.—
Annehmen dürfen wir, daß der zu memorirende Stoff der Altersſtufe des Schülers angemeſſen und nach Form und Inhalt dem Verſtändniß des Schülers in der betreffenden Unterrichtsſtunde nahe gelegt worden iſt. Es wird nun das ſo vorbereitete Penſum(ein Gedicht z. B.) dem Schüler theilweiſe oder ganz, je nach Verhältniß des Umfanges, mit einer Friſt von etwa acht Tagen aufgegeben. Freilich neh⸗ men innerhalb dieſer Zeit noch andere ſchriftliche und münd⸗ liche Arbeiten den Schüler in Anſpruch, und es liegt deshalb nur gar zu nahe für ihn, das, was er auswendig zu lernen hat, bis auf den letzten Tag, vielleicht bis auf die letzte Stunde zu verſchieben. Nun ſoll er in kurzer Zeit mit einem Male Herr des Stoffes werden. Was iſt die Folge davon? Er iſt nicht im Stande, den Stoff ſo raſch zu be⸗ wältigen; das, was bei einem guten Gedächtniß ſo weſentlich iſt, das ſich mit ganzer Seele Verſenken und Vertiefen in den Gegenſtand, um das Aufgenommene zu behalten und ſich desſelben nach Belieben zu erinnern, mangelt; der Eindruck auf den Geiſt iſt ein nur oberflächlicher, und der Schüler gibt ſich der Meinung hin, er wiſſe und könne ſein Penſum, während er doch höchſtens einen ſchwachen Totaleindruck, ein verſchwommenes Bild davon beſitzt, ohne ſich der einzelnen Momente und Umſtände des Gedichtes genau bewußt zu ſein. Nun aber, da es im entſcheidenden Augenblick, beim Auf⸗ ſagen nämlich, nicht gehen will, nun tritt der Schüler mit ſeiner Entſchuldigung vor:„Ich hab's gelernt.“ Wir zwei⸗ feln nicht daran, nur ſollte er beſſer ſagen: Ich habe daran gelernt, d. h. ich habe eine gewiſſe Zeit darauf verwendet, um es zu lernen. Allein damit iſt das Können, das ſichere Wiſſen des Gegenſtandes noch nicht bedingt. Und hierin


