Aufsatz 
Vermischte pädagogische Aufsätze, von den Lehrern der mittleren Bürgerschule
Entstehung
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und ſorglos. Und dasſelbe Urtheil müſſen wir über einen Erzieher fällen, der bei einem Kinde, das naſchhaft und lügneriſch iſt, darauf warten will, daß mit den Jahren dieſe Uebel ſchwinden. Und wie der Gärtner ſeine Sorgloſigkeit bereuen wird, indem ihm das Beet nicht trägt, was es tra⸗ gen ſollte, ebenſo auch der Erzieher. Denn die böſe Luſt, das iſt das Unkraut auf dem Acker des Herzens. Wird ſie nicht gemindert, ſo mehrt ſie ſich, und bis zu welchem Grade dies geſchieht, das hat mit Bedauern ſchon mancher Vater erſt dann geſehen, wenn es zu ſpät war. So wie alſo auf einem wirklichen Acker oder Beete das Unkraut, ſobald es ſich zeigt, ausgerottet werden muß, ſo auch aus dem Herzen die böſe Luſt, der Keim der böſen That. Darum bei ſolchen ſittlichen Fehlern nicht gezaudert, ſondern mit allem Ernſte und, wenn es nöthig iſt, mit Strenge es iſt ja zum Beſten des Kindes dieſen Fehlern entgegengetreten.

Aber am beſten wird das Unkraut vertilgt, wenn man den Acker nicht brach liegen läßt, ſondern guten Samen darauf ſäet. So auch auf den Acker des Herzens. Und wie geſchieht dies? In der Schule durch guten Unterricht, im Hauſe durch inniges Zuſammenleben, in beiden durch einen frommen, zugleich friſchen und fröhlichen Sinn, durch wahre, rechte Liebe.

Ich hab's gelernt, ich kann's!

So hört man oft den einen oder andern Schüler in der Schule ſagen, wenn es ſich um das genaue, wörtliche Wiedergeben eines Memorirſtoffes, ſei er nun religiöſen, ge⸗ ſchichtlichen, geographiſchen oder ſprachlichen Inhalts, handelt. Der Lehrer findet nun, daß der Schüler das von ihm