Aufsatz 
Vermischte pädagogische Aufsätze, von den Lehrern der mittleren Bürgerschule
Entstehung
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Rechenſchaft ablegen zu müſſen, und das ſie dann leicht für Näſchereien oder gefährliche Spielereien verwenden. Hier muß der Lehrer energiſch einſchreiten, mitunter den Gegen⸗ ſtand vernichten, und wird ſich gewiß dadurch vernünftige Eltern verpflichten.

Sparen iſt eine löbliche Sache, doch nicht, wenn es Unordnung hervorruft. Manche Eltern kaufen gebrauchte Schulbücher. Dieſe ſind gewöhnlich beſchmutzt, auch wohl bemalt, und erſchweren dem Lehrer, die Kinder in Geſammt⸗ heit an Ordnung zu gewöhnen; denn muß er bei Einzelnen Ausnahmen machen, ſo wird er, in Folge der Gleichberech⸗ tigung aller Mitſchüler, auch den Andern nachſehen, wenn ſie ihre Bücher nicht reinhalten. Eben ſo ſtörend iſt es, wenn mehrere Geſchwiſter einer Klaſſe oder gar einer Schule nur auf ein Exemplar der Lehrbücher angewieſen ſind. Für die Vermeidung beider Fälle bitten wir die Eltern um ihre Mitwirkung.

Doch das ſind alles Punkte, über welche die Schule ſich noch in Frieden mit dem Hauſe abfinden kann. Den Haupt⸗ anlaß zu Meinungsdifferenzen und ihren Folgen werden immer die Schulſtrafen geben. Jede Familie hat ihre eigene Erziehungsweiſe, die nicht wenig durch das größere oder ge⸗ ringere Maß der Strafen und deren Charakter bedingt iſt. Somit treten auf die verſchiedenſten Weiſen erzogene Kinder in einer Klaſſe zuſammen und kommen unter die gleichmä⸗ ßige Behandlung einer Perſon. Wie erfolgreich dieſe aber iſt, zeigt der nicht ſeltene Fall, daß Eltern über die Auffüh⸗ rung ihrer Kinder zu Hauſe klagen, über Kinder, deren ordent⸗ liches Betragen in der Schule ihnen ein Räthſel iſt. Der Unterſchied der Kinderzucht in Schule und Haus liegt darin, daß die Familie in ihren kleineren Verhältniſſen den Kindern mehr nachſehen kann und ſomit auch weniger Anlaß zu