Aufsatz 
Die wichtigsten Grundregeln gesunder Lebensführung für die Jugend / von Dr. Karl Endemann, Direktor des Königl. Gymnasiums zu Dillenburg
Entstehung
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CTägliche Gewöhnung.

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Lebe alſo möglichſt in der Natur, mit der Natur und nach der Natur! Dann lebſt du nach den Regeln weiſer und er⸗ fahrener Männer aller Zeiten und nach der Vernunft, auch nach den Geboten Gottes. Und der Lohn dafür wird Geſundheit und Frohmut ſein.

Laß aus den mitgeteilten Grundſätzen deine tägliche Gewöhnung erwachſen. Darauf kommt alles an. Sie iſt die wichtigſte Quelle der Geſundheit und Lebenskraft.

Im übrigen merke: Je weniger du an deinen Körper denkſt, deſto beſſer! Werde kein Pedant und ängſtlicher Be⸗ obachter deiner Geſundheit. Gib dich, wenn du nicht arbeiteſt oder ſpielſt, der Beſchäftigung mit edeln geiſtigen Dingen hin, die dir zuſagen, einer Kunſt, zu der du Neigung und Fähigkeit in dir entdeckſt, dem Zeichnen, Malen, Klavierſpielen. Wird dir das zum Steckenpferd, deſto beſſer. Es hält dich oft von üblerem Zeit⸗ vertreib ab.

Die Reinheit deiner Seele iſt noch wichtiger als die deines Körpers. Bewahre ſie vor unreinen, erfülle ſie mit reinen, edlen, geſunden Gedanken, und du wirſt rein, edel, ge⸗ ſund ſein. Dann wird dein Leib, was er ſein ſoll: ein reiner Tempel Gottes. Geſunde, reine Gedanken ſind zugleich die beſte Schutzwehr gegen die Krankheit des Körpers. Die Geſund⸗ heit iſt oft die Folge der inneren Seelenruhe, der harmoniſchen Stimmung der Seele.

Halte die Fenſter deiner Wohnung offen für die friſche Luft, aber öffne noch weitmehrdie Fenſter deiner Seele für das Licht Gottes!

Der Körper wirkt auf den Geiſt, aber der Geiſt noch mehr auf den Körper. Darum richte deine Sorge darauf, ut sit mens sana in corpore sano, daß eine geſunde Seele in geſundem Körper ſei.